Burn Out bei Frauen – Rollenbilder sind verantwortlich

Burn Out bei Frauen – Rollenbilder sind verantwortlich

Burnout ist eine sehr komplexe Erkrankung und unterscheidet sich sowohl in den Ursachen als auch in den Symptomen bei jedem einzelnen Betroffenen. Daher ist die Diagnose teilweise schwer zu stellen.

Besonders nach einer Schwangerschaft können sich Frauen ausgepowert fühlen. Ein neuer Lebensabschnitt mit neuen Herausforderungen beginnt. Doch darf dieser temporäre Stress nicht gleichgesetzt werden mit der Erkrankung Burn Out. Vorsicht ist allerdings geboten, denn Frauen gewöhnen sich sehr schnell an die Doppel- und Dreifach-Belastungen. Die ernsthafte Erkrankung merken Frauen meist erst dann, wenn sich gesundheitliche oder psychische Folgen einstellen.

Jede fünfte Frau ist anfällig für Burn Out

Burn Out wird durch einen chronischen Stress verursacht, von denen sich die Betroffenen auch in den Ruhephasen nicht erholen können. Dabei ist der Körper dauerhaft erschöpft und kann seine Energiereserven nicht mehr aufladen. Durchschnittlich jeder zehnte Deutsche ist stressbelastet, dabei sind vor allem mehr Frauen betroffen. Die Hauptursache wird den Rollenbildern der Frau zugeschrieben. Auf Arbeit müssen Frauen besonders glänzen, um von den männlichen Kollegen anerkannt und akzeptiert zu werden. Statt zu Hause kurz abzuschalten, geht die Versorgung der Kinder und Familie sowie oft eines familiären Pflegefalles weiter. Leider werden die Geschlechter nicht gleichberechtigt in der Gesellschaft angesehen, sodass Frauen einen besonderen Perfektionismus entwickeln. Dieser sorgt für zusätzlichen Stress in allen Lebensbereichen. Wird dem Burnout nicht entgegengewirkt, kann es zu weiteren ernsthaften Erkrankungen kommen.

Die Ursachen für einen Burnout sind verschieden

Auf der einen Seite werden persönliche Probleme als Ursprung betrachtet. Dabei spielen die Partnerschaft, der Freundeskreis und das gesundheitliche Wohlbefinden eine Rolle. Ebenfalls die eigene Persönlichkeit ist ausschlaggebend. Wenn das Selbstbewusstsein den Anforderungen nicht gewachsen ist, können Betroffene stressige Situationen schlechter bewältigen.

Auf der anderen Seite bewirken arbeitsbedingte Faktoren das „Ausgebrannt sein“. Sind beispielsweise die Anforderungen, der Zeitdruck oder die eigenen Erwartungen zu hoch, kann dies schnell zu einer Überforderung des Menschen führen. Aber auch Konflikte mit Kollegen oder den Kunden erschweren den Arbeitsalltag. Belastend wirkt zudem, wenn für die geleistete Arbeit keine Wertschätzung oder Unterstützung erfolgt, die Arbeit stupide ist oder sich die Beschäftigten nicht entfalten können. Besonders Frauen sind von prekären Beschäftigungsverhältnissen betroffen und so potenziell mehr von Burnout betroffen.

Burnout äußert sich bei jedem unterschiedlich

Die Auswirkungen des Burnouts sind je nach Charakter verschieden. Einige Menschen sind überpenibel und versuchen mehr als 100 Prozent zu geben, andere halten sich zum Beispiel an das Pareto-Prinzip.

Neben dem Stress, den wir durch die Umwelt erfahren, können wir uns auch selbst in eine dauerhafte Stresssituation bringen. Der dabei entstehende negative Stress kann kaum noch vom Körper abgebaut werden. Eine Folge ist, dass leichte Aufgaben mit einmal zu einem Problem werden und nicht mehr bewältigt werden können.

Negativer Stress führt dazu, dass die Körperfunktionen nicht mehr vollständig funktionstüchtig sind und so die Leistung gemindert oder übermäßig bestärkt wird. Dies ist auch ein weiterer Grund, weshalb sich Burnout unterschiedlich äußert. Weitere Folgen sind Erkrankungen, längerer Krankenstand und zum Beispiel eine reduzierte Arbeitsleistung.

Körperlich können auch Veränderungen auftreten. Wer sehr viel Ehrgeiz und Engagement zeigt, verbraucht dauerhaft Energie. Als Folge kommt es zu einer Erschöpfung oder Erkrankung in den Erholungsphasen, dauerhafter Müdigkeit, Magen-Darm-Problemen oder Kopfschmerzen. Notwendiger denn je wären Ruhephasen und längerer Urlaub. Wenn allerdings das Wochenende oder der Urlaub nicht mehr ausreichen, um sich zu erholen, sollten Sie das erste Warnsignal erkennen.

Burnout bedingt auch eine Änderung der Gefühlslage. Betroffene grübeln viel und fühlen sich sowohl nutzlos als auch wertlos. Das Selbstwertgefühl bei einem Burnout nimmt ab, Menschen sind unzufrieden sowie hoffnungslos. Sie sind antriebslos, haben Schlafstörungen und sind anfällig für Infekte. Zudem empfinden sie alles als Belastung, beginnen sich von ihrer Umwelt zu distanzieren und reagieren kaum noch emotional.

Zu einem Burnout muss es nicht kommen

Sie können präventiv gegen Stress und Überforderung wirken. Erholen Sie sich regelmäßig und nutzen Sie die Zeit, um sich zu regenerieren. Laden Sie rechtzeitig ihre Energiereserven auf, bevor diese verbraucht sind. Eine gesunde Lebensgestaltung ist ebenfalls ausschlaggebend. Werden Sie sich bewusst, dass Sie unter negativem Stress leiden und versuchen Sie es mit der Stressbewältigung zum Beispiel durch Entspannungstechniken.

Wenn Sie die Vermutung haben, dass Sie einen Burnout erleiden könnten oder bereits Veränderungen feststellen, sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die Symptome.

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