Unterlagen für ärztliche Zweitmeinung

Bei Zweifeln besser Zweitmeinung einholen

Nach der Feststellung einer medizinischen Diagnose haben Patienten hierzulande das Recht, eine zweite ärztliche Meinung einzuholen.

Darunter versteht man die zweite, unabhängige Begutachtung eines ärztlichen Erstbefundes durch einen zweiten Arzt. Die zweite Einschätzung kann sich dabei auf die Diagnose oder eine Behandlungsmaßnahme beziehen. Das Einholen einer ärztlichen Zweitmeinung kann zur Vermeidung einer Fehldiagnose führen oder dem Patienten durch das Bestätigen der Diagnose oder der empfohlenen Therapie Sicherheit vermitteln und Zweifel beseitigen.

Zweitmeinung bei komplizierten Eingriffen sinnvoll

Patienten sind nach der Diagnosestellung oft verunsichert. Hier kann die Zweitmeinung hilfreich sein. Vor allem vor geplanten Operationen und Therapien mit erheblichen Nebenwirkungen wie Chemotherapien bei Krebserkrankungen kann es sinnvoll sein, noch einen zweiten Experten nach seiner Meinung zu fragen. Dieser kann dann die geplante Therapie bestätigen oder Alternativen aufzeigen.

Experten raten dazu, insbesondere vor komplizierten Operationen an Gelenken oder der Wirbelsäule eine Zweitmeinung einzuholen, um einen möglicherweise unnötigen Eingriff zu vermeiden. Experten schätzen, dass mehr als die Hälfte aller Operationen am Rücken überflüssig sind und mit konventionellen Therapien behandelt werden könnten. Dies zeigt, wie groß hier der Handlungsbedarf ist.

Zweite Überweisung vom Hausarzt

Gesetzlich und privat Versicherte können sich in der Regel ohne eigene Kosten eine zweite ärztliche Meinung einholen. Sinnvoll ist es allerdings, hierbei den eigenen Hausarzt zu informieren und sich von diesem eine Überweisung für den Facharzt ausstellen zu lassen. Fachärzte können in der Regel nicht an einen Kollegen des gleichen Fachgebietes überweisen – außer wenn dieser besondere Untersuchungs- und Behandlungsmethoden anbietet, die erforderlich sind.

Unterlagen mitnehmen, um Doppeluntersuchungen zu vermeiden

Wer eine ärztliche Zweitmeinung einholt, sollte Unterlagen und Untersuchungsergebnisse wie Röntgenbilder, Laborwerte oder Arztbriefe zum zweiten Arzt mitbringen. Somit können Doppeluntersuchungen und weitere Belastungen für den Patienten vermieden werden. Die Unterlagen müssen dem Zweitarzt zur Verfügung gestellt werden. Auch Röntgenaufnahmen müssen -ggf. leihweise- zur Verfügung gestellt werden.

Krankenkassen bieten oft Service zum Einholen der Zweitmeinung

Viele gesetzlichen Krankenkassen bieten zahlreiche kostenlose Angebote zum Einholen einer ärztlichen zweiten Meinung. Sie vermitteln Termine zu Experten. Und auch die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) mit 22 regionalen Beratungsstellen und einem bundesweiten Beratungstelefon: 0800 0 11 77 22 (kostenlos aus dem Festnetz) bietet Unterstützung bei der Einholung einer ärztlichen Zweitmeinung.

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