Ursprung der High-Need Babys

High-Need Babys – Auf diese zwölf Anzeichen solltest du achten

Nicht alle Babys sind gleich. Doch trotzdem gibt es einige Säuglinge, die noch mehr von ihren Eltern abverlangen. In diesem Fall spricht man von High-Need Babys.

Ursprung der High-Need Babys

Der Begriff „High-Need Babys“ wurde von dem US-amerikanischen Kinderarzt Dr. William Sears geprägt. Sears entwickelte gemeinsam mit seiner Frau Martha die Erziehungsphilosophie des „Attachment Parenting“. Gemeinsam haben die beiden mehr als vierzig Bücher zur bindungs- und bedürfnisorientierten Erziehung herausgebracht und sind selbst Eltern von acht Kindern.

Doch ihr viertes Baby war anders, als die größeren Geschwister, wie die Sears auf ihrer Homepage schreiben: „Sie war so herausfordernd, wie es schon andere Eltern in meiner Praxis beschrieben hatten. Wir lernten aus erster Hand, wie es ist, ein heikles Kind zu haben und mussten unseren Erziehungsstil ändern. Obwohl es anstrengend war, hat es sich gelohnt.“

Um die besonders hohen Ansprüche dieser Kinder zu beschreiben, sprach Sears also fortan von High-Need Babys. Dabei stellte er eine Liste von zwölf Punkten zusammen, an denen man diese anspruchsvollen Kinder erkennt.

1. Intensiv

William Sears beschreibt als Erstes, wie intensiv High-Need Babys ihrem Willen Ausdruck verleihen. Er beschreibt, dass das Weinen dieser Kinder oft viel lauter, anhaltender und vor allem nervenaufreibender ist, als das anderer Säuglinge.

2. Hyperaktiv

High-Need Babys haben einen ausgeprägten Bewegungsdrang. Oft mögen sie es nicht, gepuckt zu werden. Manche mögen es auch überhaupt nicht, gekuschelt zu werden. Sie versteifen sich dann und wehren sich regelrecht gegen Körperkontakt.

3. Aufzehrend

Eltern empfinden den Alltag mit einem High-Need Baby als extrem anstrengend. Natürlich ist für jede Familie der Alltag mit einem Säugling eine Herausforderung. Doch High-Need Babys rauben den Eltern all ihre Energie, an Schlaf ist nicht zu denken. In dieser Situation ist es wichtig, dass die Erwachsenen aufeinander achtgeben. Lasst den Haushalt liegen und holt euch Hilfe bei Freunden und Familie.

4. Ständige Fütterung

Beim Stillen geht es nicht nur um die reine Nahrungsaufnahme. Gefüttert werden bedeutet für das Baby auch Exklusivzeit mit Mami. Es füllt seinen Bedarf nach Körperkontakt auf. High-Need Babys wollen oft lange und ausgiebig trinken, um möglichst viel Mama zu tanken.

5. Fordernd

Dieser Punkt spielt mit dem ersten zusammen. High-Need Babys fordern die sofortige Erfüllung ihrer Bedürfnisse. Dabei spielen Alternativen keine Rolle. Wenn sie an Mamas Brust wollen, akzeptieren sie keinen Schnuller. Oft fühlen sich die Eltern vom Kind manipuliert. Hier ist es wichtig, umzudenken: „Die Forderungen des Babys sind Kommunikation, nicht Kontrolle,“ schreibt Sears.

6. Häufiges Aufwachen

High-Need Babys brauchen nicht so viel Schlaf, wie andere Säuglinge. Das ist wahrscheinlich der Punkt, der für die Eltern am Schwierigsten ist. Dazu hat Sears umfangreiche Informationen zusammengetragen. Diese können dir helfen, besser mit der Schlafsituation umzugehen.

7. Unzufrieden

Für Mütter ist es schwierig, wenn das Baby ständig unzufrieden ist. Oft zweifeln sie schnell an ihren Fähigkeiten als Eltern. Doch das ist gar nicht nötig! Versuche, gelassen zu bleiben, indem du Situation akzeptierst. Und denke dran, es gibt auch wieder andere Tage.

8. Unberechenbar

Nach scheinbar endlosem Schreien hast du endlich einen Weg gefunden, dein Kind zu beruhigen. Dieser Moment ist sehr kostbar – doch bei High-Need Babys oft nicht von langer Dauer. Was gestern funktioniert hat, bringt heute gar nichts mehr. In jeder Situation muss wieder neu herausgefunden werden, wie das Kleine sich beruhigen lässt.

9. Überempfindlich

Jede Bewegung, jede Veränderung in ihrer Umgebung wird von High-Need Babys sofort registriert. Sie haben besonders feine Antennen für alles, was in ihrer Umwelt passiert. Sie reagieren darauf unmittelbar mit emotionalem Unbehagen. Das Weinen hört sich dann oft nach panischem Rufen an. Sie brauchen Hilfe – und zwar sofort.

10. Lässt sich nicht ablegen

Eltern mit High-Need Babys kommen oft zu gar nichts mehr. Ständig will ihr kleiner Schatz umhergetragen werden. Eine wirkliche Entlastung sind dafür Tragetücher und Tragehilfen. So hast du die Hände frei und dein Kind trotzdem ständig bei dir.

11. Kann sich nicht selbst beruhigen

High-Need Babys müssen von ihrer Mutter getröstet werden. Es fällt ihnen schwer, oder ist oft völlig unmöglich, sich selbst zu besänftigen. Auch Schnuller akzeptieren die besonderen Knirpse oft nicht. Sie brauchen Hilfe und Begleitung beim Einschlafen.

12. Sensibel bei Trennung

So sehr die Mutter eine Auszeit und ein paar Stunden Schlaf für sich allein braucht – oft ist ihr Dies nicht vergönnt. High-Need Babys können nicht einfach von Babysittern oder Familienangehörigen betreut werden. Sie wollen rund um die Uhr ihre Mutter in der Nähe haben. Verschwindet diese auch nur aus dem Blickfeld, reagieren die Kleinen schon beinahe hysterisch.

Sollte die Mehrzahl dieser Punkte auf deinen Alltag mit Baby zutreffen, handelt es sich bei deinem Kleinen höchstwahrscheinlich um ein High-Need Baby. Oft können dir Stillberaterinnen und Hebammen weiter helfen. Für weitere Informationen kannst du die Literatur von Dr. Sears durchforsten. Wir wünschen dir auf jeden Fall alles Gute und viel Kraft!

 

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