Sicheres Verhalten im Straßenverkehr

Sicheres Verhalten im Straßenverkehr für Kinder

2015 verunglückte durchschnittlich alle 19 Minuten ein Kind unter 15 Jahren bei einem Verkehrsunfall. Darum ist es umso wichtiger, dass Eltern sicheres Verhalten im Straßenverkehr mit ihren Kindern üben.

Viele Kindergärten bieten gemeinsam mit der örtlichen Polizei oder Vereinen wie dem ADAC und der Deutschen Verkehrswacht Schulungen für die Verkehrssicherheit von Kindern an. Doch das alleine reicht nicht. Auch wir als Eltern müssen unseren Nachwuchs auf den sicheren Umgang vorbereiten. Dabei fragen sich Viele: Wann beginnt man am besten, sicheres Verhalten im Straßenverkehr zu üben?

Gefahren erkennen im Straßenverkehr

Das Üben von Verkehrsregeln macht erst ab einem gewissen Alter Sinn. Damit hängt die Entwicklung des Gefahrenbewusstseins zusammen, wie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) informiert:

  • Kleinkinder besitzen noch gar kein Gefahrenbewusstsein, dieses setzt erst langsam um den vierten Geburtstag ein.
  • Im Vorschulalter entwickelt sich das akute Gefahrenbewusstsein. Das bedeutet, dass Kinder auf dem Klettergerüst zum Beispiel plötzlich realisieren, dass sie hinunter fallen könnten.
  • Mit etwa acht Jahren ist das Gefahrenbewusstsein weiter ausgereift, es wird vorausschauender. Schon vor dem Hinaufklettern werden sich die Kleinen der Bedrohung bewusst und überlegen sich, ob sie es dennoch wagen sollen.
  • Mit frühestens neun Jahren entwickelt sich das vorbeugende Gefahrenbewusstsein. In unserem Beispiel würde sich das Kind eine Turnmatte vor das Klettergerüst legen, die einen eventuellen Absturz abfedert.
  • Die meisten Kinder können jedoch erst mit etwa 14 Jahren dieses Vorausschauen auch umsetzen.

Das bedeutet jedoch nicht, dass man erst mit seinem Teenager sicheres Verhalten im Straßenverkehr üben sollte – das wäre viel zu spät! Einfache Verkehrsregeln wie das Stehenbleiben am Bordstein oder die Funktion einer Ampel kann man schon im Kindergartenalter erklären. Bestenfalls ist dein Kind kognitiv und sprachlich so fit, dass es dir aufmerksam zuhören und auch Rückfragen stellen kann.

Fahrschule für die Kleinen

Doch wie übt man sicheres Verhalten im Straßenverkehr am besten? Wichtig ist die Verbindung von Theorie und Praxis, genauso wie beim Führerschein. Es gibt unzählige Kinderbücher, die den Kleinen spielerisch die Verkehrsregeln erklären. Achte jedoch darauf, dass du deinem Kind nicht zu viel auf einmal erklärst. Denke auch hier wieder an den Theorieunterricht der Fahrschule.

Und auch daran, dass Kinder ein eingeschränktes Sichtfeld und Hörvermögen haben. Sie nehmen ihre Umgebung, und damit auch den Verkehr, ganz anders war als wir Großen. Hocke dich dazu einmal neben deinen kleinen Schatz. So bekommst du ein Gefühl dafür, wie wenig Kinder überhaupt zwischen zwei parkenden Autos sehen können. Auch die Geräusche eines herannahenden Autos können Kinder erst spät zuordnen, bzw. von anderen Umgebungsgeräuschen wie Kirchenglocken, Musik oder Vogelgezwitscher unterscheiden. Das klappt meistens erst im älteren Grundschulalter.

Sicheres Verhalten im Straßenverkehr – so geht’s in der Praxis

Die meisten Eltern beginnen mit dem Stehenbleiben am Bordstein. Erkläre deinem Nachwuchs immer wieder, dass er abwechselnd nach rechts und links schauen muss und erst die Straße überqueren darf, wenn kein Auto naht. Je kleiner das Kind, desto sicherer sollte dabei die Erklärung sein. Das heißt: Straße erst überqueren, wenn gar kein Auto kommt. Auch die Einschätzung der Geschwindigkeiten von Fahrzeugen entwickelt sich erst. Bestenfalls übt ihr das zunächst in einer verkehrsberuhigten Zone. Klappt das schon gut, probiert ihr euch an einer Straße mit etwas mehr Verkehr aus. Wenn du das Gefühl hast, das Stehenbleiben ist deinem Kind in Fleisch und Blut übergegangen, kannst du als nächstes zum Beispiel Fußgängerampeln und Zebrastreifen erklären.

Mit Rollenspielen Verkehrsregeln trainieren

Im Alltag ist es wichtig, dass du als Elternteil immer mit gutem Beispiel voran gehst. Davon lernen Kinder noch viel mehr, als von zahlreichen Erklärungen. Achte stets darauf, dass du einen sicheren Fußweg wählst, wenn ihr gemeinsam unterwegs seid. Nimm dafür auch Umwege in Kauf, wenn die Alternative zur Fußgängerampel eine viel befahrene Straße ist. Lasse dein Kind immer an deiner Hand auf dem Gehsteig laufen und achte darauf, dass du dabei näher an der Straße bist.

Doch auch zu Hause könnt ihr sicheres Verhalten im Straßenverkehr üben. Kleine Rollen- oder Übungsspiele lassen sich ganz einfach umsetzen:

  • Bau mit deinem Kind zusammen eine Fahrbahn auf, markiert den Bordstein zum Beispiel mit Besenstielen. Dein Kind darf mit Puppenwagen oder Bobby Car selbst einmal zum Autofahrer werden, während du den Fußgänger spielst. Anschließend tauscht ihr die Rollen.
  • Teddy will einfach, ohne zu schauen, auf die Straße rennen. Erkläre Teddy, worauf er achten muss. Dein Kind schaut zunächst ein paar Mal zu und will dann bestimmt bald selbst Teddy die Verkehrsregeln erläutern.
  • Mit kleinen Autos und Figuren lässt sich sicheres Verhalten im Straßenverkehr auch auf einem Spielteppich mit Straßenmuster üben. Dabei könnt ihr die verschiedensten Szenarien durchspielen.

 

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