Frühförderung durch PEKiP, Babyschwimmen und Co.

Frühförderung durch PEKiP, Babyschwimmen und Co.

Montags Yoga, dienstags Schwimmen und donnerstags zum Sprachkurs. Auch Babys haben schon diese vollen Terminkalender. Aber ist das noch sinnvoll? Welche Frühförderung ist gut und welche überfordert?

Welche Kurse gibt es zur Frühförderung?

Die Palette an Babykursen und Angeboten der Frühförderung ist bunt und abwechslungsreich. Sehr beliebt sind Babymassagen und das Prager Eltern-Kind-Programm, kurz PEKiP®. Dabei steht die Bewegung und mit ihr die spielerische Sinnesanregung im Vordergrund. Diese Angebote richten sich vor allem an Eltern mit jüngeren Babys. Ältere Säuglinge haben oft Spaß beim Babyschwimmen und bei Kursen, in denen man Zeichensprache erlernen kann. DiesFe sollen die Kommunikation mit den Kleinen schon vor dem ersten gesprochenen Wort erleichtern.

Außerdem gibt es für junge Mütter nach der Wochenbett-Phase viele Sportkurse, in denen man gemeinsam mit dem Baby die überflüssigen Pfunde nach der Schwangerschaft weg trainieren kann. Hoch im Kurs stehen Baby-Yoga oder Kanga-Training.

Wie finde ich den richtigen Kurs für uns?

Ob es Sinn macht, alle Angebote wahrzunehmen, kann man so pauschal nicht beantworten. Bei der Auswahl des richtigen Kurses sollte man grundsätzlich auf sein Kind und sich selbst achten. Lasst euch auch von eurer Ärtzin, Arzt oder Hebamme beraten. Es spricht nichts dagegen, in diverse Kurse reinzuschnuppern. Wenn dein Baby dir aber signalisiert, dass es ihm zu viel ist, kannst du auch ohne schlechtes Gewissen wieder aussteigen. Weniger ist oft mehr.

Bei den Sportkursen für Mamis solltest du unbedingt auf deinen Körper Acht geben, vor allem auf deinen Beckenboden. Ob du schon bereit für ein intensiveres Training bist, solltest du ganz allein in Abstimmung mit deiner Ärztin, deinem Arzt und deiner Hebamme entscheiden. Lass dich auch nicht davon unter Druck setzen, dass Susi und Annika aus dem Geburtsvorbereitungskurs dich unbedingt dabei haben wollen. Wie schnell dein Körper sich von den Anstrengungen der Entbindung erholt, ist von vielen Faktoren abhängig. Unter anderem auch von der individuellen Fitness vor der Schwangerschaft. Hör auf dein Bauchgefühl und lass dir lieber etwas mehr Zeit, bevor du wieder ins Training einsteigst. Bei Unsicherheiten oder Fragen kannst du dich jederzeit an deine Hebamme und deinen Arzt wenden.

Sie können dir bestimmt auch Fragen zu Kursangeboten in deiner Nähe beantworten. Nicht zuletzt findest du oft Flyer mit Terminen in Geschäften mit Kinderbekleidung oder in Kinderarztpraxen.

Kontakte knüpfen bei der Frühförderung

Babykurse sind natürlich eine wunderbare Sache, sich mit Menschen in der gleichen Situation auszutauschen. Wer kann schon so gut nachvollziehen, wie anstrengend der 20-stündige Wehenmarathon für dich war, wie andere Mütter, die gerade entbunden haben? Wenn du dich gerne mit anderen Eltern treffen möchtest, ohne deinem Baby zu viel Anstrengung zuzumuten, solltest du dich nach einer Krabbelgruppe oder einem Eltern-Kind-Treff in deiner Nähe umschauen. Tipps dafür bekommst du bei deiner Stadt oder Gemeinde. Diese sind auch für größere Kinder geöffnet. Meist beschäftigen sich die Kleinen dabei allein im Freispiel. So hast du Zeit, dich in Ruhe mit anderen Eltern zu unterhalten. Solltet ihr euch dafür entscheiden, euren Nachwuchs erst später fremd betreuen zu lassen, sind diese Gruppen ideal, um soziale Kontakte aufzubauen. Nicht nur für euch, auch euer Kind wird sich freuen, Spielkameraden kennen zu lernen und Freundschaften zu knüpfen.

Die Balance halten

In den Kursen prasseln viele neue Eindrücke auf dein Kind ein. Du wirst schnell merken, dass es nach dem Spieltreff sehr müde sein wird und viel Schlaf braucht. Dabei verarbeitet es die Eindrücke des Tages. Wer jetzt denkt, „Prima! Jeden Tag ein Kurs und unsere Schlafprobleme sind gelöst“, dem sei versichert: Anders herum wird ein Schuh draus.

Je mehr Angebote du mit deinem Kind wahrnimmst, umso mehr Zeit zum Ausruhen solltest du ihm einräumen. Außerdem solltest du darauf achten, dass eure persönliche Kuschelzeit nicht zu kurz kommt. Darum noch einmal der Rat: Suche dir lieber nur ein bis zwei Termine pro Woche aus, damit ihr nicht aus der Balance geratet. Zu volle Terminkalender sind auch für Babys ungesund.

Frühförderung zu Hause

Wenn du in einzelne Frühförderungen nur mal reinschnuppern möchtest, kannst du das mittlerweile auch von zuhause aus. Für Babymassagen gibt es viele Anleitungen im Internet. Und für die Baby-Zeichensprache gibt es mittlerweile Bücher und Apps. So kannst du im Vorfeld schon einmal sortieren, was wirklich für euch in Frage kommt.

Kinder lernen aber auch schon früh durch Spielzeug und legen damit den Grundstein für ihre Entwicklung wie soziale Interaktionen und ihre Kreativität. Durch den Umgang mit Bausteinen fördern Kinder ihre Feinmotorik und Fingerfertigkeit, zum Beispiel in dem sie die Bausteine in die richtigen Öffnungen legen, die auch die dementsprechende Form haben. Mit Hilfe von Bauanleitungen bauen die Kleinen bestimmte Werke und können somit einzelne Zusammenhänge zwischen den Anleitungsschritten erkennen. Dies stärkt ihr abstraktes Denken.

Spielend lernen mit LEGO

Die Kleinen haben nicht nur die Möglichkeit nach Anleitung zu bauen, sondern können selber kreativ werden und sich eigene Konstruktionen ausdenken. So können auch Bausteine aus verschiedenen Sets kombiniert werden. Im Ergebnis werden die Kleinen durch eigene Bauten und Konstruktionen selbstsicherer sowie einfallsreicher. Gleichzeitig entdecken sie Abenteuer und Spannung beim Spielen.

Lego ist mittlerweile ein wichtiges Spielzeug, welches die Ausprägung verschiedener menschlicher Eigenschaften beim Kind fördert und positive Effekte erzielt. Denn Lego kann anders als eine Puppe geteilt werden und jedes Kind kann mit den Bausteinen seiner Fantasie freien Lauf lassen. Es muss also keinen Zoff geben, sondern die Kinder können ihre Meisterwerke sich gegenseitig zeigen. Zumindest sollte es so sein 😉

Du entscheidest

Solltest du dich dafür entscheiden, gar keine Kurse zu besuchen, ist auch das völlig in Ordnung. Inwiefern die Frühförderungs-Angebote tatsächlich die Intelligenz des Kindes beeinflussen, ist noch nicht hinreichend bewiesen. Wenn du dich auch außerhalb von Kursen mit anderen Familien triffst und dein Kind soziale Bindungen eingeht, steht einer altersgerechten Entwicklung nichts im Weg. Eine individuelle Förderung ist Zuhause ebenso möglich und für schüchterne Kinder oft sogar der bessere Weg.

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