Cyberhondrie: Krankheiten googlen macht süchtig

Cyberhondrie: Krankheiten googlen macht süchtig

Jeder Patient hat bestimmt schon einmal seine Symptome bei einer Suchmaschine eingegeben. Das kann sich aber negativ auf die Heilung auswirken und sogar zu Cyberhondrie führen.

Cyberhondrie ist weit verbreitet

Krank werden durch die Suche im Internet. Eine leichte Erkältung kann so schnell zu einer gefährlichen Lungenentzündung werden oder ein blauer Fleck zu Leukämie. Mit Beschreibungen über Krankheiten und Symptome sollten Menschen aber bewusst und verantwortungsvoll umgehen. Schnell können Nutzer sonst unnötig in Angst versetzt werden. Immerhin fast jeder vierzehnte Bürger leidet in Deutschland unter krankheitsbedingten Ängsten oder sogar unter Cyberhondrie.

Bei diesem Begriff handelt es sich um ein Kofferwort aus den Begriffen Cyber und Hypochondrie. Scherzhaft sprechen manche Menschen auch von Morbus-Google. Damit ist gemeint, dass kranke Menschen ihre Symptome in einer Suchmaschine eingeben. Dabei können sie hypochondrische Tendenzen entwickeln, sie steigern sich also in ein Krankheitsbild hinein. Je mehr Informationen sie im Netz sammeln, desto schlechter fühlen sie sich. Oftmals bilden sich die Patienten dann auch ein, weitere aufgelistete Symptome einer Krankheit zu spüren, damit sie ins Bild passen.

Cyberhondrie macht erst recht krank

Weiterhin übertreiben Cyberhonder oft bei den eigenen Symptomen und vermuten hinter jedem kleinen Anzeichen eine schlimme Krankheit. Die Angst davor verstärkt das Gefühlsbild, bis der Nutzer tatsächlich krank wird. Sie recherchieren immer weiter bis es sich zu einer Sucht entwickelt – der Cyberhondrie (auch Cyberchondrie).

Grundsätzlich ist es von Vorteil, dass das Internet neue Möglichkeiten bietet, schnell nach den Krankheitssymptomen und deren Abhilfe zu suchen. Dennoch sind viele Nutzer im Netz keine Ärzte. Sie wissen nicht, wie mit kranken Patienten umzugehen ist und kennen die verschiedenen Krankheitsbilder und -verläufe nicht. Selbst, wenn sie von der eigenen Krankheit berichten, können die beschriebenen Symptome ohne weitere Erklärungen auf mehrere Krankheiten zutreffen. Das gleiche gilt für eine Selbstdiagnose anhand von Google-Ergebnissen.

Für eine fachlich fundierte Diagnose deines Problems befrage daher deinen behandelnden Arzt oder kontaktiere zumindest die Mediziner auf Fachportalen. Für Hausmittel gegen kleinere Beschwerden wie eine Erkältung oder Bauchschmerzen schaden die „normalen“ Foren auf keinen Fall und geben manchmal noch eher Tipps als Alternative zu Tabletten und anderen Medikamenten.

2 Gedanken zu “Cyberhondrie: Krankheiten googlen macht süchtig

  1. Ich denke dass die Studie sogar viel zu kurz greift, die eigentlichen Zahlen sollten deutlich höher liegen als 2,6% wenn man bedenkt dass 1) jeder Jugendliche ein Smartphone hat und 2) Soziale Netzwerke so konstruiiert sind dass sie süchtig machen. Die Sucht ist dann nicht erst gegeben wenn jemand x Stunden/Tag damit verbringt sondern wenn er Abhängigkeiten zeigt die man bei jedem Entzug von anderen Suchten wie Alkohol, Nikotin, Spielsucht, usw. auch sehen kann. Ich wette dass jeder zweite x beliebige Jugendliche dem ich heute sein Smartphone oder Internetzugang wegnehme gestresst ist, Angst hat etwas zu verpassen, unruhig wird und wenig mit sich selbst anzufangen weiß. Ehrlich gesagt bezweifle ich dass dem mit einer Broschüre oder einer solchen Kampagne tatsächlich entgegen gesteuert werden kann so lange soziale Netzwerke das Gehirn des Benutzers austricksen und ihr Angebot dementsprechend optimieren dürfen. Beides ist ja seit neustem offiziell und eine Tatsache die auch Ex-Facebook Mitarbeiter längst eingeräumt haben.

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