Abwarten und Tee trinken

Wohltuende Tees in Schwangerschaft und Stillzeit

Abwarten und Tee trinken heißt es auch in der Schwangerschaft. Tee ist eine gute Möglichkeit zur Deckung des höheren Flüssigkeitsbedarfes. Alle Teesorten sind aber in dieser besonderen Zeit nicht geeignet.

Tee ist ein wohltuendes Getränk und ist auch in der Schwangerschaft zu empfehlen. In den kalten Monaten tut Tee gut, um sich von innen aufzuwärmen. An warmen und heißen Tagen kann gekühlter Tee als Erfrischung dienen. Die Auswahl in den Teeregalen ist fast unendlich groß. Früchtetees sind in der Schwangerschaft und Stillzeit fast ohne Einschränkungen empfehlenswert. Einige Kräutertees sollten jedoch aufgrund ihrer Inhaltsstoffe besser gemieden werden. Günstig ist es, die Teesorte öfters zu wechseln. Denn die meisten Kräutertees enthalten pflanzliche Wirkstoffe wie ätherische Öle, die in der Naturheilkunde eingesetzt werden und als Arzneimittel wirken können. Zuviel kann sich dann negativ auswirken. Zwei bis drei Tassen Kräutertee sind aber meist unbedenklich in der Schwangerschaft und Stillzeit.

Als Faustregel kannst Du Dir merken, dass Tee, der aus Kräutern und Früchten zubereitet wird, die auch zum Kochen und Würzen verwendet werden, meistens sicher ist, also zum Beispiel Thymian- oder Pfefferminztee. Salbeitee bildet hier eine Ausnahme, denn er kann den Blutdruck erhöhen, was für das Baby gefährlich werden kann.

Mit koffeinhaltigen Getränken besser sparsam umgehen

Koffein kommt neben Kaffee- und Kakaobohnen auch in Teeblättern vor. Zuviel Koffein in der Schwangerschaft kann dem Kind schaden. Es kann unter anderem zu Fehlbildungen, Fehlgeburten und niedrigem Geburtsgewicht kommen. Da es keine genauen Grenzen gibt, bis zu welcher Menge Koffein für das ungeborene Kind unschädlich ist, sollte der Koffeingenuss in der Schwangerschaft und Stillzeit eingeschränkt werden. Mehr als 2 Tassen schwarzer Tee oder 3 Tassen grüner Tee sind nicht zu empfehlen. Das gilt auch für die Stillzeit.

Zu große Mengen an Grün- oder Schwarztee können in der Schwangerschaft zudem den Folsäurespiegel im Blut vermindern. Folsäure zählt zu den B-Vitaminen und ist insbesondere im ersten Schwangerschaftsdrittel für die Entwicklung des Fötus wichtig.

Schwarzer und grüner Tee sollten nicht unbedingt zum Essen genossen werden, da seine Inhaltsstoffe die Aufnahme von Eisen hemmen. Eisen ist ein Spurenelement und hat unter anderem als Bestandteil der roten Blutkörperchen Bedeutung für den Sauerstofftransport in unserem Körper.

Kräutertees: Auf die Dosis kommt es an

Kräutertees sind lecker und bringen Abwechslung in den Alltag. Sie können pur oder als Kräutermischung als Teezutat dienen. Viele Kräutertees werden aber nicht nur wegen ihres guten Geschmacks getrunken, sondern auch wegen ihrer Heilwirkung. Viele Kräuter können als altbewährtes Hausmittel so manche Beschwerden lindern, die gerne in Schwangerschaft und Stillzeit auftreten. Wie immer gilt: Die Dosis macht das Gift. Denn eine Überdosis an bestimmten Kräuterwirkstoffen kann auch nachteilige Folgen auf die Gesundheit von Mutter und Kind haben.

Ungeeignet in der Schwangerschaft sind beispielsweise:

  • Eisenkraut
  • Ginseng
  • Matetee
  • Passionsblume
  • Süßholzwurzel

uneingeschränkt geeignet sind in Schwangerschaft und Stillzeit:

  • Früchtetee
  • Roibuschtee
  • Hagebuttentee
  • Fenchel
  • Kamille
  • Melisse
  • Zistrose

Viele Kräutertees helfen bei Schwangerschaftsbeschwerden

Brennnessel ist in geringer Dosierung Bestandteil vieler Schwangerschaftstees, denn sie wirkt entgiftend, blutbildend, entwässernd und abwehrsteigernd. In größeren Mengen sollte purer Brennnesseltee jedoch nicht getrunken werden.

Thymian ist ein gutes Heilmittel gegen Husten und Erkältungen, denn es wirkt antientzündlich im Mund- und Rachenraum. In üblichen Mengen ist Thymian bestens in der Schwangerschaft geeignet. Große Mengen können allerdings stimulierend auf die Gebärmutter wirken.

In üblichen Mengen als Tee genossen ist Pfefferminze völlig unbedenklich und kann hilfreich gegen Übelkeit und Erbrechen sein. Reines Pfefferminzöl sollte allerdings nicht in der Schwangerschaft verwendet werden. Auch bei Sodbrennen ist Vorsicht geboten, da Pfefferminze die Magensäureproduktion steigern kann.

Fenchel wirkt gegen Blähungen und Magenkrämpfe, fördert die Verdauung und unterstützt die Milchbildung. So ist er bestens in der Schwangerschaft und Stillzeit geeignet.

Kamillentee ist als wohltuendes Getränk für Magen und Darm bekannt und kann in der Schwangerschaft völlig unbedenklich getrunken werden. Außerdem wirkt er beruhigend, krampflösend, antibakteriell und gegen Pilzerkrankungen.

Ähnlich wie Kamille wirkt auch Melisse gut bei Beschwerden im Magen-Darm-Trakt, ist krampflösend sowie antiviral.

Hagebutte enthält viel Vitamin C und kann so das Immunsystem stimulieren. Außerdem wirkt Hagebuttentee leicht abführend und verdauungsfördernd und kann so einer Verstopfung, die häufig in der Schwangerschaft auftritt, entgegenwirken. Weiterhin kann Hagebutte schmerzlindernd sein.

Ingwer stärkt das Immunsystem und kann hilfreich bei Erkältungen sein. Außerdem ist Ingwer krampflösend und verdauungsfördernd. Er kann Beschwerden wie Schwangerschaftsübelkeit und Erbrechen mildern. Bis zu 6 g frischer Ingwer täglich sind in der Schwangerschaft geeignet. Höhere Dosen sind bedenklich, da Ingwer Wehen auslösend wirken kann.

Stilltee ist kein Muss

Viele Frauen zwingen sich regelrecht zum Trinken von Stilltees, da sie davon ausgehen, dass er wichtig für die Milchbildung sei und wohltuend auf das Baby wirkt. Die Wirkung dieser Tees wird jedoch völlig überschätzt. Einzig und allein für Bockshornklee gibt es Studien, die eine Wirkung auf die Milchbildung bestätigen. Außer Bockshornklee befinden sich häufig Anis, Kümmel, Fenchel, Melisse oder auch Zitronenverbene in Stilltees. In vielen Stilltees ist noch nicht einmal Bockshornklee enthalten. Wer Stilltee vom Geschmack her nicht mag, kann ihn beruhigt weglassen und gegen ein anderes Getränk ersetzen. Um die Milchbildung anzuregen, ist es insbesondere wichtig, das Baby häufig an die Brust anzulegen. Auch eine Reduktion von Stress kann sich positiv auf die Milchbildung auswirken. Eine heiße Tasse Stilltee als entspannte Teezeit kann so auch ohne wissenschaftlich nachgewiesene Wirkung positiv auf die Mutter und die Milchbildung wirken.

2 Gedanken zu “Wohltuende Tees in Schwangerschaft und Stillzeit

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