Homöopathie

Homöopathie

Das Bedürfnis nach alternativer Medizin steigt. In Deutschland gehört die Homöopathie zur beliebtesten Form dieser alternativen Heilmethoden. Doch was steckt hinter der Homöopathie und wie funktioniert sie?

Geschichte der Homöopathie

Die Homöopathie wurde von Samuel Hahnemann begründet. Zu seinen Lebzeiten wurden noch mittelalterliche Heilmethoden wie der Aderlass oder blutiges Schröpfen verwendet. Aus diesem Grund wollte Hahnemann eine sanfte Form der alternativen Medizin entwickeln. Das Jahr 1796 gilt hierbei als Geburtsstunde der Homöopathie. Hahnemann veröffentlichte einen ersten Aufsatz über die Homöopathie. Hahnemann soll in diesem Jahr auch einen Selbsttest unternommen haben. Dabei soll er Chinarinde zu sich genommen haben. Dieses Mittel wird gegen Malaria eingesetzt. Bei dem gesunden Hahnemann soll dies zu malariaähnlichen Symptomen geführt haben. Für Homöopathen gilt dies als Beweis der Funktionsweise des Ähnlichkeitsprinzips. 1805 veröffentlichte er sein Werk „Heilkunde der Erfahrung“. 1810 kam dann sein Hauptwerk „Organon der Heilkunst“. Schon während Hahnemanns Lebzeiten verbreitete sich seine Homöopathie weltweit. 2014 erzielten rezeptfreie homöopathische Mittel in Deutschland einen Umsatz von über 528 Millionen Euro und hatten damit einen Anteil von 8,8 % an den rezeptfreien Medikamenten.

Prinzipien und Wirkungsweise

Die Homöopathie beruht auf mehreren Grundsätzen: dem Grundsatz des Ähnlichkeitsprinzips, der Arzneimittelprüfung am Gesunden, der ausführlichen Untersuchung des Patienten (homöopathische Anamnese) und der Potenzierung.

Das Ähnlichkeitsprinzip

Nach dem Ähnlichkeitsprinzip sollen diejenigen Mittel eine Krankheit heilen, die bei gesunden Menschen krankheitsähnliche Symptome hervorrufen. Das entspricht z. B. dem Selbstversuch Hahnemanns.

Die Arzneimittelprüfung am Gesunden

Um die Wirkung am gesunden Menschen zu testen, müssen Freiwillige bestimmte Mittel zu sich nehmen. Diese sollen die Wirkungen, die sie nach der Einnahme verspüren, notieren. Aus einer Vielzahl solcher Versuche kann sich so ein Gesamtbild ergeben.

Die homöopathische Anamnese

Homöopathen nehmen sich viel Zeit bei der Untersuchung ihrer Patienten. Sie versuchen dabei möglichst alles zu erfassen. Auch Dinge, die in der Schulmedizin keine Rolle spielen, können hier erfragt werden. Homöopathen sollen so das Heilmittel finden, dass der Krankheit des Patienten am ähnlichsten ist.

Die Potenzierung

Laut der homöopathischen Arzneimittellehre soll ein Mittel wirksamer werden, wenn es verdünnt wird. Homöopathen nennen das Potenzierung. Gleichzeitig werden die Nebenwirkungen abgeschwächt. Es gibt mehrere verschiedene gebräuchliche Arten der Potenzierung. Bei einer C-Potenz wird 1 Teil Ursubstanz oder Wirkstoff mit 9 Teilen Lösemittel oder Milchzucker vermischt, bei einer D-Potenz kommen 99 Teile auf einen Teil Wirkstoff und bei einer Q Potenz sogar 49999. Danach hat man eine Potenz der Stufe 1. Potenziert man die Potenz der Stufe 1 weiter nach dem entsprechenden Verhältnis, erhält man eine Potenz der Stufe 2. Das lässt sich fast beliebig fortführen. Die Wirkung soll z. B. über ein Gedächtnis des Wassers behalten werden.

Nach Einnahme homöopathischer Arzneimittel soll es zu einer Erstverschlimmerung der Symptome vor der Heilung kommen.

Kritik

Die Homöopathie wird insbesondere unter wissenschaftlichem Aspekt stark kritisiert. Es gibt wenige bis gar keine Beweise für eine Wirksamkeit der Homöopathie jenseits des Placeboeffekts. Bis heute gibt es keine Medizin in der Schulmedizin, die nach dem Ähnlichkeitsprinzip funktioniert. Besonders unter Kritik steht die Potenzierung. Bei einer Potenz von D24 findet sich z. B. bei einem Volumen des Lösungsmittels von der Größe des Atlantiks nur ein Tropfen Wirkstoff. Bei handelsüblichen Arzneimitteln bedeutet dies in der Regel, dass gar kein Wirkstoff mehr vorhanden ist. Auch die hierfür genutzte Erklärung des Wassergedächtnisses, ist bisher wissenschaftlich nicht belegt.

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