Vorbeugung einer Toxoplasmose in der Schwangerschaft

Toxoplasmose – besonders gefährlich in der Schwangerschaft

Alle Lebensmittelinfektionen in der Schwangerschaft bergen ein gewisses Risiko für die Entwicklung des Kindes. Eine der bedeutendsten Lebensmittelinfektionen in der Schwangerschaft ist Toxoplasmose.

Die Toxoplasmose ist eine der weltweit häufigsten parasitären Infektionen. Der Auslöser der Toxoplasmose, Toxoplasma gondii, vermehrt sich in den Zellen der Darmschleimhaut von Katzen und kann über deren Ausscheidungen in die Umwelt gelangen und so mit dem Menschen in Kontakt kommen. Ab dem dritten Tag im Katzenkot ist Toxoplasma gondii infektiös. Er kann über den Katzenkot direkt oder indirekt über kontaminierte Lebensmittel übertragen werden. Belastet können Obst und Gemüse, aber auch Fleisch, insbesondere von Rind und Schaf, sein.

Ein Drittel der Menschheit ist nachweislich bereits mit dem Erreger infiziert gewesen. Allerdings ist die Infektionsrate in verschiedenen Bevölkerungsgruppen durch die Essgewohnheiten unterschiedlich. Nach dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sind in Deutschland 50 Prozent der Menschen infiziert; die Rate steigt mit zunehmendem Alter. Erfolgt eine Infektion, besteht eine lebenslange Immunität.

Erstinfektion in Schwangerschaft gefährlich für das Kind

Kritisch ist jedoch die Erstinfektion in der Schwangerschaft, insbesondere während des ersten Schwangerschaftsdrittels. In diesem Fall werden bei 15 Prozent der Infektionen die Toxoplasmen über die Plazenta auch auf den Fetus übertragen. Am Ende der Schwangerschaft wird die Planzenta (Mutterkuchen) durchlässiger und damit ist die Wahrscheinlichkeit eines Übergangs der Erreger höher. Eine frühe Infektion des Kindes in der Schwangerschaft kann sich in der Entwicklung eines Hydrozephalus (umgangssprachlich Wasserkopf), Schäden am zentralen Nervensystem sowie Organen, Verkalkung der Hirngefäße und Netzhautentzündungen äußern. Auch Fehlgeburten treten in Folge einer Toxoplasmoseinfektion auf. Bei einer späteren Übertragung der Toxoplasmen auf das Kind treten vermehrt Entwicklungsstörungen auf. Prinzipiell gilt, je früher die Ansteckung in der Schwangerschaft erfolgt, desto schwerwiegender sind die Folgen für das Kind. Häufig weisen die Kinder, die mit Toxoplasmose geboren werden, keine Anzeichen der Erkrankung auf, zeigen aber später in der Kindheit oder als Erwachsene typische Anzeichen, wie beispielsweise Augenschäden.

In Deutschland werden jedes Jahr 20 bis 40 Toxoplasmosefälle bei Neugeborenen registriert, wobei die tatsächliche Zahl wahrscheinlich weitaus höher liegt. So werden für schätzungsweise mehr als 1.500 Fehl- und Frühgeburten sowie Missbildungen Toxoplasmen verantwortlich gemacht.

Das Risiko, sich während der Schwangerschaft mit Toxoplasma gondii erstmals zu infizieren, ist insgesamt jedoch relativ gering, denn 26 bis 54 Prozent der Schwangeren weisen bereits Antikörper durch eine frühere Infektion auf.

Symptome sind oft unspezifisch

Die Symptome einer Infektion sind bei Erwachsenen unspezifisch. Selten treten Schwellungen der Lymphknoten (besonders im Kopf- und Halsbereich), Müdigkeit, Muskel-, und Kopfschmerzen sowie allgemeine, leichte Grippesymptome auf. Häufiger verläuft die Infektion bei Erwachsenen ohne Symptome. Schwerwiegende Symptome können aber bei Personen auftreten, welche ein geschwächtes Immunsystem besitzen.

Eine routinemäßige Blutuntersuchung der Mutter könnte das Kind vor Spätfolgen durch Toxoplasmen schützen. Das Blut wird auf IgG und IgM-Antikörper untersucht, um eine Aussage darüber zu treffen, ob sich die Frau bereits mit Toxoplasmen infiziert hat. Mit diesen Ergebnissen kann der Arzt den Infektionszeitpunkt bestimmen.

Vorbeugung einer Toxoplasmose in der Schwangerschaft

Um das Risiko für eine Toxoplasmoseinfektion so gering wie möglich zu halten, sollten folgende Vorbeugemaßnahmen berücksichtigt werden:

  • kein rohes Fleisch oder rohe bzw. halbrohe Wurstwaren wie Carpaccio, Tartar, Mettwurst, Teewurst, Rohschinken, Salami verzehren
  • Fleisch komplett durchgaren
  • sehr gründliche Küchen- und Lebensmittelhygiene, besonders beim Umgang mit rohem Fleisch, einhalten
  • rohes Obst und Gemüse (besonders aus dem Freiland) gründlich waschen, schälen bzw. garen
  • Lebensmittel, die mit Erde behaftet sind (z. B. Kartoffeln, Karotten, Schwarzwurzeln), getrennt von anderen Lebensmitteln lagern
  • Katzen meiden
  • gefährdete Personen sollten die Katzentoilette möglichst nicht reinigen
  • ein Test auf Toxoplasmoseantikörper ist sehr sinnvoll
  • Fleisch bei -20 °C für 8 Stunden durchfrieren tötet Toxoplasmen

Eine Erstinfizierung mit dem Toxoplasmose-Erreger in der Schwangerschaft birgt verschiedene Risiken für das Kind. Ein Großteil der Schwangeren war in ihrem Leben bereits infiziert und ist gegen den Parasiten immun. Ein Bluttest kann für Gewissheit sorgen. Mit einigen Vorbeugemaßnahmen kann man das Risiko für eine Toxoplasmose stark reduzieren.

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