Propolis - Ein geheimnisvoller Stoff hilft Biene und Mensch

Propolis – Ein geheimnisvoller Stoff hilft Biene und Mensch

Dort, wo mehrere tausend Insekten auf engstem Raum wohnen, gehören Feuchtigkeit, Zugluft und Krankheitserreger zu den größten Feinden. Für eine keimfreie Atmosphäre haben die Bienen allerdings ein altbewährtes Hausmittel.

Der Begriff Propolis stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet wörtlich übersetzt „vor der Stadt“. Im Zusammenhang betrachtet ergibt eine Übersetzung wie „Verteidigung der Stadt“ jedoch deutlich mehr Sinn. Wegen seines Aussehens wird Propolis auch als Bienenharz oder Kittharz bezeichnet. Im Geruch erinnert es an Honig oder Bienenwachs.

Viele Tausend Bienen leben gemeinsam in einem Bienenstock. Diesen halten sie stets warm. Die für sie optimale Temperatur liegt bei konstanten 35 °C und hoher Luftfeuchtigkeit. Derartige Bedingungen begünstigen jedoch auch die Ausbreitung von Pilzen, Viren und Bakterien – und hier kommt Propolis ins Spiel. Mit diesem einzigartigen Gemisch aus Harz, Wachs, Säuren und Flavonoid können Honigbienen ihren Bienenstock schützen. Undichte Stellen können mit dem Kittharz abgedichtet werden. Es schützt aber nicht nur vor Zugluft und Feuchtigkeit, sondern auch vor gefährlichen Krankheitserregern wie Bakterien und Viren. Ungebetene Eindringlinge in den Bienenstock können mit dem Bienenharz sogar mumifiziert werden.

Einige Bienen sind auf die Herstellung von Propolis spezialisiert. Diese sogenannten Propolisbienen sammeln meist im Frühjahr und Sommer Harze aus Knospen und Zweigen der umliegenden Bäume. Die Grundbestandteile von Propolis liefern also meist Kastanien, Pappeln, Birken, Weiden, Erlen, Kiefern und Fichten. Vor allem Pappeln sind sehr reich an Harz. Für Pflanzen bietet dieses den idealen Schutz vor Pilz- und Bakterienbefall. Dies wissen sich auch die Bienen zu Nutze zu machen. Die gesammelten Harze werden von ihnen zur leichteren Verarbeitung später mit Bienenwachs und Drüsensäften vermischt, sodass ein einzigartiges und vielseitiges Produkt entsteht.

Propolis wird vom Imker mit Hilfe eines Propolisgitters gewonnen. Hierzu wird das Gitter über dem Bienenbau unter einem undichten Bienenstockdeckel platziert. Die Bienen halten es für eine undichte Stelle und verkitten das Gitter. Zum Jahresende kann es schließlich entfernt und das Propolis abgerieben werden.

Hochwirksame Inhaltsstoffe

Das breite Wirkspektrum der Substanz macht den Bienenstock zu einem fast keimfreien Bereich. Hier können die Königin, ihre Arbeitsbienen, die Drohnen und eine junge Königinnengeneration in Frieden und Gesundheit leben. Sogar der Eingangsbereich wird mit Propolis ausgekleidet und desinfiziert auf diese Weise jede Biene, die das Innere des Bienenstocks betritt. Anders als Antibiotika wirkt Propolis nicht nur gegen Bakterien, sondern auch gegen Viren, Pilze und andere Krankheitserreger.

Bislang wurden weltweit etwa 180 verschiedene Substanzen als Inhaltsstoffe des Bienenharzes identifiziert. Generell zählen hierzu Harze, Wachse, Balsame, ätherisches Öl sowie Polysaccharide. Abhängig sind die Stoffe natürlich von der Art der Bäume und Pflanzen, die von den Propolisbienen aufgesucht werden. Die genaue Zusammensetzung variiert und lässt sich kaum eindeutig festlegen.

Für den Menschen hat Propolis entzündungshemmende, antibakterielle, antivirale und fungizide (gegen Pilze wirkende) Wirkungen. Es soll die körpereigenen Abwehrkräfte stärken und antioxidative sowie zellschützende Eigenschaften besitzen.

Natürliches Schutz- und Heilmittel auch in der Schwangerschaft

Propolis gilt für uns Menschen als natürliches Schutz- oder Heilmittel. Schon im Altertum nutzte man Bienenharz zur Desinfektion von Wunden. Mittlerweile sind viele weitere Wirkungen des Kittharzes bekannt und es wird von manchen sogar als Alternative zu chemischen Antibiotika gehandelt.

Als Salbe oder Gel kann Propolis gegen verschiedenste Arten von Entzündungen und Verletzungen am Körper helfen, sogar bei Problemen am Zahnfleisch oder wunden Stellen unter der Nase. In Kapselform eingenommen soll das Wundermittel der Bienen den gesamten Organismus stärken.

Propolis wirkt wie eine Art natürliches Antibiotikum. Da keine Nebenwirkungen bekannt sind, kann es auch völlig unbedenklich in der Schwangerschaft angewendet werden, wenn keine Allergie gegen das Kittharz besteht. Schwangere sollten jedoch auf Propoliszubereitungen ohne Alkohol zurückgreifen.

Vorsicht bei Allergien

Dem Bienenprodukt Propolis werden gesundheitsfördernde Eigenschaften zugeschrieben. Verwendet wird das Bienenharz nicht nur in Arzneimitteln, sondern findet sich auch in Kosmetikprodukten oder als Zusatz in Lebensmitteln. Für viele Menschen ist Propolis ein sehr beliebtes Produkt, das sich positiv auf ihre Gesundheit auswirkt. Wie bei vielen Kosmetikprodukten oder pharmazeutisch wirksamen Heilmitteln können auch bei einer Propolis-Anwendung in Einzelfällen bei empfindlichen Personen starke allergischen Reaktionen auftreten. Eine Allergie tritt etwa bei drei bis vier Prozent aller Menschen auf.

Vor der Erstanwendung von Propolis sollte die Möglichkeit einer bestehenden Allergie durch den sogenannten Salben-Test ausgeschlossen werden. Dazu wird einfach ein wenig Propolis Salbe auf der Haut verteilt. Die betroffene Stelle sollte in den darauffolgenden Stunden möglichst genau beobachtet sowie besonders auf möglicherweise auftretende Symptome wie Schwellungen oder Rötungen geachtet werden. Bleiben die entsprechenden Stellen von empfindlichen Reaktionen verschont, kann dieses und andere Propolis-Mittel ohne Bedenken auch in größerem Umfang verwendet werden.

Ein Selbsttest gibt Aufschluss darüber, ob man an einer Allergie leidet. Darüber hinaus weist Propolis auch nach längerer Anwendung keine Nebenwirkungen auf.

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