Hepatitiserkrankungen – Vorsicht in der Schwangerschaft

Zunahme von Hepatitis – Vorsicht in der Schwangerschaft

Trotz der teilweise von der Krankenversicherung übernommenen Schutzimpfungen gegen die Leberkrankheit Hepatitis steigen die Zahlen der Infektionen. Besonders für Schwangere und ihre ungeborenen Kinder kann eine Infektion gefährlich werden.

Wie groß ist die Gefahr?

Die Virusinfektion Hepatitis B ist eine der häufigsten Infektionskrankheiten überhaupt. Weltweit haben nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) etwa 2 Milliarden Menschen eine solche Infektion durchgemacht und ca. 5 Prozent der Weltbevölkerung leiden sogar unter einer chronischen Infektion. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) bestätigt, ist Hepatitis B – trotz der seit Jahren verfügbaren Schutzimpfung – wie die Tuberkulose, Hepatitis A und C eine wichtige berufsbedingte Infektionskrankheit im Gesundheitswesen. Aufgrund der Symptomlosigkeit wird die Krankheit oft erst im fortgeschrittenen Stadium entdeckt. Auch bei Hepatitis E werden in Deutschland seit Jahren steigende Zahlen gemeldet, die nicht reiseassoziiert sind.

Hepatitis A

Vorkommen: Weltweit, besonders in Entwicklungsländern.

Übertragung: Die Übertragung erfolgt fäkal-oral durch eine Kontakt- oder Schmierinfektion, z. B. im Rahmen enger Personenkontakte oder über verunreinigte Nahrung und Trinkwasser oder Gebrauchsgegenstände. Besonders häufig erfolgt eine Infektion auch über Muscheln, Austern und Krebstiere sowie über mit Fäkalien gedüngtes Gemüse. Auch eine Übertragung über Blut ist möglich.

Symptome: Zu Beginn Grippegefühl, Fieber, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen. Dann kann es zu einer Dunkelfärbung von Urin und einer Hellfärbung vom Stuhl kommen. Zudem tritt eine Gelbfärbung der Haut ein.

Folgen: Nur in seltenen Fällen kommt es zu akutem Leberversagen, das zum Tod führt.

Hepatitis B

Vorkommen: Weltweit, besonders in tropischen Ländern.

Übertragung: Die Übertragung erfolgt über Blut und andere Körperflüssigkeiten von Erkrankten und Virusträgern, z. B. Bluttransfusionen, unsterile Spritzen, Nadeln und Instrumente (z. B. beim Tätowieren) sowie beim Geschlechtsverkehr.

Symptome: Der Krankheitsverlauf ist uneinheitlich. Oft beginnt die Krankheit mit einem allgemeinen Krankheitsgefühl, Fieber, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen. Auch hier kann es zu einer Färbung von Urin, Stuhl und Haut kommen (siehe Hepatitis A).

Folgen: Bei jedem zehnten Betroffenen geht die Krankheit in einen chronischen Verlauf über, d.h. es kann sich eine Leberzirrhose und Leberkrebs entwickeln.

Hepatitis C

Vorkommen: Weltweit, besonders häufig in Südostasien und afrikanischen Ländern.

Übertragung: Die Übertragung erfolgt in der Regel über Blut, deswegen tritt die Krankheit zunehmend in Verbindung mit einer HIV-Infektion auf. Es ist auch eine Übertragung durch Geschlechtsverkehr möglich.

Symptome: Über 90 Prozent der Betroffenen zeigen keine Symptome, jedoch gehen 50 bis 80 Prozent aller Fälle in eine chronische Verlaufsform über.

Folgen: Bei ca. 30 Prozent der chronisch Erkrankten zerstört das Virus im Laufe der Zeit die Leber. Es kann zu Leberzirrhose, Leberversagen und Leberkrebs kommen.

Hepatitis D

Vorkommen: Weltweit. Häufige Erkrankungszahlen werden aus Süditalien, dem Balkan und dem Vorderen Orient, Afrika und dem Amazonasgebiet gemeldet.

Übertragung: Die Übertragung erfolgt über Blut, seltener durch Geschlechtsverkehr.

Symptome: Es handelt sich um ein inkomplettes Virus, das zu seiner Vermehrung das Hepatitis B-Virus benötigt. Deswegen gelten hier die gleichen Symptome wie bei Hepatitis B beschrieben.

Folgen: Bei einer Kombination von Hepatitis B und D kommt es in über 90 Prozent der Fälle zu chronischem Verlauf mit schlechter Prognose, d.h. es können Leberzirrhose, Leberversagen und Leberkrebs auftreten.

Hepatitis E

Vorkommen: Weltweit, Insbesondere Asien, Zentral-, und Südamerika und der nördliche Teil Afrikas.

Übertragung: Das Virus wird durch kontaminierte Nahrung und Trinkwasser übertragen (siehe Hepatitis A).

Symptome: Die Infektion verläuft in der Regel mild.

Folgen: Besonders für Schwangere ist diese Krankheit sehr gefährlich. Jede zweite Infizierte stirbt bei einer Erkrankung.

Schutzimpfungen auch in der Schwangerschaft möglich

Die Gesetzlichen Krankenkassen tragen die Kosten für Schutzimpfungen, die in den Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) auf der Grundlage der Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission am Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin vorgesehen sind. Das heißt, dass die Kosten für Hepatitis A und B übernommen werden. Da Hepatitis D nur in Verbindung mit Hepatitis B auftreten kann, schützt eine Impfung gegen Hepatitis B auch gegen Hepatitis D. Wie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bestätigt, ist eine Impfung gegen Hepatitis A und Hepatitis B in der Schwangerschaft grundsätzlich möglich. Jedoch sei es wichtig, den Nutzen sorgfältig gegen ein mögliches Risiko abzuwägen. Impfstoffe gegen Hepatitis C und Hepatitis E befinden sich momentan in der Entwicklung bzw. Erprobung. In Deutschland gibt es derzeit keinen zugelassen Impfstoff gegen diese beiden Infektionskrankheiten.

Welche besondere Gefahr besteht in der Schwangerschaft?

Bei 10 von 1.000 Schwangerschaften werden Virus-Hepatitiden festgestellt, 50 Prozent entfallen dabei auf Hepatitis B, wie Frauenärzte bestätigen. Laut der BZgA muss eine Hepatitis in der Schwangerschaft ernst genommen werden, da das Risiko für eine Frühgeburt dadurch erhöht sei. In seltenen Fällen kann eine Hepatitis-B-Erkrankung der Mutter über den Mutterkuchen auf das ungeborene Kind übertragen werden. Dies kann zu Leberschäden bei dem Kind führen oder es sogar zum Virusträger machen. Häufiger kommt es jedoch vor, dass eine Übertragung kurz vor oder während der Entbindung von der Mutter auf das Kind stattfindet. Im letzten Schwangerschaftsdrittel wird daher das Blutserum im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen auf eine Hepatitis-Infektion untersucht, damit das Kind im Fall eines positiven Befundes gleich nach der Geburt geimpft werden kann.

Fazit

Eine Hepatitiserkrankung ist vermeidbar. Achten Sie auf persönliche Hygiene (z. B. geschützter Geschlechtsverkehr) und Nahrungsmittelhygiene (z. B. Trinken Sie in betroffenen Gebieten nur abgefülltes Mineralwasser, kein Leitungswasser).

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