wehenfördernde Lebensmittek

Wehenfördernde Lebensmittel: Diese Wirkung haben sie

Es gibt einige Lebensmittel und Hausmittel, die angeblich eine wehenfördernde Wirkung bei Schwangeren haben. Hier erfährst du, ob du dadurch die Geburt schneller herbeiführen kannst und was du bei der Anwendung beachten solltest.

Kannst du mit Lebensmitteln Wehen auslösen?

Das Ende der Schwangerschaft ist in Sicht und vielleicht bist du sogar schon über dem errechneten Geburtstermin. Es ist verständlich, dass du den Prozess gern beschleunigen würdest. Allerdings brauchst du dir auch noch keine Sorgen zu machen, wenn du in der 41. Schwangerschaftswoche bist. Es gibt einige wehenfördernde Hausmittel und natürliche Methoden, die dazu beitragen können, dass die Geburt schneller erfolgt. Das kann in manchen Situationen empfehlenswert sein. Dennoch ist jedes Baby und jede werdende Mutter individuell – und die Geburt kann niemand auf den Tag genau vorhersagen. Bevor du wehenfördernde Lebensmittel ausprobierst, solltest du mit deiner Hebamme oder deinem Arzt darüber sprechen. Wenn du zu vorzeitigen Wehen neigst, solltest du während der Schwangerschaft bestimmte wehenfördernde Lebensmittel vermeiden.

Welche wehenfördernden Lebensmittel gibt es?

Einige der folgenden wehenfördernden Lebensmittel sind seit Jahrtausenden bekannt. Allerdings gilt auch hier: Jeder Körper ist unterschiedlich und reagiert anders auf die Wirkstoffe. Die meisten Mittel wirken, indem sie die Verdauung anregen oder sogar abführend sind. Da sich die Verdauungsmuskulatur in der Nähe der Gebärmuttermuskulatur befindet, können manche Hausmittel möglicherweise Wehen einleiten. Darunter zählen folgende:

  • Chinin: Dieser Bitterstoff kommt Bitter-Lemon und Tonic-Getränken vor.
  • Papain: Das ist ein verdauungsförderndes Enzym, das in unreifen Papayas zu finden ist.
  • Kräuter und Gewürze: Zimt, Curry, Majoran, Nelken, Thymian, Koriander, Salbei, Anis oder Fenchel kannst du in kleinen Mengen im Essen zu dir nehmen. Vorsicht ist nur bei großen Mengen geboten, wie sie in speziellen wehenfördernden Tees oder bestimmten Produkten vorkommen.
  • Himbeerblätter-Tee: Himbeerblätter-Tee kannst du bereits einige Wochen vor dem errechneten Geburtstermin trinken. Er schmeckt gut und kann dazu beitragen, die Beckenmuskulatur zu lockern. Viele Hebammen schwören auf Himbeerblätter-Tee, obwohl die wehenfördernde Wirkung nicht wissenschaftlich belegt ist. Nebenwirkungen sind hier nicht zu erwarten.
  • Eisenkraut-Tee: Auch dieser Tee kann Wehen fördern – vorausgesetzt, dass die Bereitschaft für die Geburt bereits vorliegt. Insgesamt ist die Wirkung ebenfalls gering. Außerdem ist Eisenkraut-Tee nicht unbedingt ein kulinarischer Genuss.
  • scharfes Essen: Chili, Ingwer und andere scharfe Lebensmittel fördern die Verdauung.
  • Ananas: Bestimmte Enzyme in der Ananas sollen den Muttermund weicher machen.
  • abführende Mittel: Stark abführende Substanzen solltest du in der Schwangerschaft nicht essen oder trinken, da die hervorgerufenen Kontraktionen im Darm bei empfindlichen Schwangeren Wehen auslösen können. Abführend wirken zum Beispiel größere Mengen Zuckeraustauschstoffe, die in Kaugummi oder zuckerreduzierten Süßwaren zu finden sind.

Alkohol, rohes Fleisch und rohe Eier sind während der Schwangerschaft aber definitiv tabu, denn sie können dir und deinem Baby schaden.

Vorsicht bei Rizinusöl in der Schwangerschaft

Rizinusöl ist tatsächlich ein stark wehenförderndes Mittel und kommt oft in sogenannten Wehencocktails vor. Deshalb solltest du es erst nach dem errechneten Geburtstermin und nicht auf eigene Faust zu dir nehmen, sondern immer unter Aufsicht einer Hebamme. Einige Krankenhäuser arbeiten ebenfalls mit Rizinusöl. Hierbei geben manche zwei Esslöffel des Öls in ein Getränk wie beispielsweise Fruchtsaft. Rizinusöl wirkt abführend und kann daher auch zu Unwohlsein und Durchfall führen. Einige Schwangere haben die Erfahrung gemacht, dass der Wehencocktail keine Wehen ausgelöst hat, sondern eher zu Verdauungsbeschwerden geführt hat. Das ist vor der Geburt natürlich eher kontraproduktiv, da der Körper dann geschwächt ist. Deswegen fängst du am besten mit einer geringen Dosierung an und lässt dir von deiner Hebamme Tipps geben.

Welche Maßnahmen fördern Wehen?

Neben den zuvor genannten Tipps gibt es zudem verschiedene natürliche Maßnahmen, die Wehen anregen können. Du solltest sie daher nicht vor der 40. Schwangerschaftswoche anwenden. Einige sind Hausmittel und manche sollten nur ausgebildete Hebammen oder Ärzte durchführen. Das sind Methoden, die Wehen fördern können:

1. Muttermund-Massage

Ärzte oder Hebammen massieren den Muttermund, um den Eipol zu lösen. Der Eipol ist das untere Ende der Fruchtblase, das direkt hinter dem Muttermund liegt. Zudem soll das dazu führen, dass dein Körper das Wehen-Hormon Oxytocin produziert.

2. Sanfte Massage

Eine sanfte Bauch-Massage mit ätherischen Ölen kann die Gebärmuttermuskulatur stimulieren. Eine Brustwarzen-Stimulation kann stark die Wehen auslösen, daher solltest du dabei sehr vorsichtig sein. Am besten führst du oder dein Partner die Stimulation kurz vor der Geburt unter Aufsicht eines professionellen Geburtshelfers durch. Die Massage wirkt, wenn der Muttermund schon bereit für die Geburt ist.

3. Warmes Bad

Ein angenehmes Bad in warmem Wasser mit etwas Eukalyptus-Öl oder Ingwer und Zimt kann entspannend und gleichzeitig wehenfördernd wirken. Du solltest jedoch nicht ganz allein sein, falls du Probleme mit dem Kreislauf hast. Ache zudem darauf, dass das Wasser nicht zu heiß ist und du nicht länger als 20 Minuten in der Wanne verbringst.

4. Leichte Bewegung

Leichte Bewegung, Spaziergänge, Tanzen oder Treppensteigen können deinem Baby dabei helfen, in die richtige Startposition zu rutschen. Auch Sex kann durch das Hormon Prostaglandin und die Ausschüttung des Hormons Oxytocin Wehen fördern. Du solltest jedoch auf alles verzichten, was zu viel Kraft kostet, um nicht kurz vor der Geburt erschöpft zu sein.

5. Alternative Methoden

Akupunktur, Homöopathie, Entspannungsübungen und Meditation können ebenfalls dabei helfen, dich und dein Baby auf die Geburt vorzubereiten.

Welche Lebensmittel sind wehenhemmend?

Übungswehen und Senkwehen zum Ende der Schwangerschaft sind normal und wichtig, um dich auf die Geburt vorzubereiten. Bei vorzeitigen Wehen kann es jedoch manchmal sinnvoll sein, wehenhemmende Lebensmittel zu dir zu nehmen. Das solltest du jedoch mit deinem Arzt oder deiner Hebamme abklären. Manche Geburtshäuser arbeiten bei vorzeitigen Kontraktionen mit der Heilpflanze Bryophyllum. Spezielle wehenhemmende Teemischungen enthalten beispielsweise:

Fazit zu wehenfördernden Lebensmitteln

Einigen wehenfördernden Lebensmitteln sagen Hebammen nach, dass sie die Geburt auslösen können. Die Wirksamkeit ist dabei meistens eher gering. Auch mit den besten Hausmitteln bestimmt in der Regel das Baby, wann es zur Welt kommen möchte. Bei empfindlichen Frauen, welche zu frühzeitigen Wehen neigen oder schon eine Frühgeburt erlebt haben, ist bei bestimmten Speisen und Gewürzen allerdings während der Schwangerschaft Vorsicht geboten. In geringen Mengen sind die genannten Gewürze und Kräuter als unproblematisch einzustufen.