Hormonfreie Verhütung

Hormonfreie Verhütung

Immer mehr Frauen wollen auf die Nebenwirkungen der Pille verzichten. Darum gibt es mittlerweile eine breite Palette von hormonfreien Alternativen zur Verhütung.

Wie sicher ist meine Verhütungsmethode?

Um anzugeben, wie sicher die Art der Verhütung ist, wurde der sogenannte Pearl-Index erstellt. Dabei gilt: Je kleiner die Zahl, desto zuverlässiger ist die Methode. Der Pearl-Index beruft sich dabei auf Untersuchungen, bei denen über den Zeitraum eines Jahres Frauen beobachtet werden, die immer auf die gleiche Weise verhüten. Das heißt, wenn hundert Frauen ein Jahr lang das gleiche Verhütungsmittel anwenden und in diesem Zeitraum zwei Schwangerschaften auftreten, so beträgt der Pearl-Index 2. Wird ein Pearl-Index von 0,8 angegeben, sind acht von tausend Frauen schwanger geworden.

Leider kann der Pearl-Index nicht als allgemeingültig betrachtet werden, denn es gibt Unterschiede in den Herstellerangaben. Deren Studien geben meist den Pearl-Index an, der sich auf die Verhütungssicherheit ohne den kleinsten Fehler in der Anwendung bezieht. Da andere die Anwendungsfehler mit einbeziehen, kann es zu Schwankungen des Pearl-Index kommen.

Kondom

Das Kondom ist wohl der Klassiker unter den Verhütungsmitteln. Obwohl die meisten von uns den korrekten Umgang im Sexualkunde-Unterricht gelernt haben, kommt es immer wieder zu Anwendungsfehlern. Löcher durch zu lange Fingernägel oder abgelaufene Haltbarkeit machen die Pariser unsicher. Darum wird ihr Pearl-Index mit 2 bis 20 angegeben.

Wer mit Kondomen verhüten möchte, sollte immer auf Qualitätsware achten und auf zusätzliche chemische Verhütungsmittel verzichten. Auch auf ölige oder fettige Gleitmittel sollten in Kombination mit Präservativen verzichtet werden. Dahingegen bietet das Kondom viele Vorteile: Es ist leicht erhältlich, kostengünstig und mitführbar. Außerdem schützt es vor sexuell übertragbaren Krankheiten.

Kondom für die Frau

Das Frauenkondom wird auch femidom® oder „female condom“ genannt. Es ist genauso lang wie sein „männliches“ Gegenstück, jedoch viel weiter. Das femidom® hat an Anfang und Ende jeweils einen Ring. Zur Verhütung wird die geschlossene Seite mit dem einen Ring tief in die Scheide eingeführt, während der andere außen auf den Schamlippen aufliegt.

Mit einem Pearl-Index von 5 bis 25 schneidet es zwar wesentlich schlecht er ab, als das klassische Modell. Jedoch ist dieses Kondom die einzige Möglichkeit für Frauen, sich auch aktiv vor Geschlechtskrankheiten zu schützen.

Diaphragma

Ebenso wie das Kondom wird auch das Diaphragma nicht ständig verwendet, sondern nur vor dem tatsächlichen Verkehr eingesetzt. So bleibt der natürliche Zyklus der Frau erhalten. Der Pearl-Index für das Scheidenpessar beträgt 1 bis 20, wenn es zusammen mit einem Verhütungsgel verwendet wird. Das Diaphragma sollte maximal zwei Stunden vor dem Sex eingeführt werden. Nach dem Schäferstündchen muss es aber noch acht Stunden an Ort und Stelle bleiben, damit die Verhütung gewährleistet ist.

Pessare gibt es in unterschiedlichen Größen, die vom Frauenarzt oder einer Fachkraft von pro familia angepasst wird. Es gibt zwar auch Modelle in Einheitsgrößen, diese sind aber nicht für jede Frau geeignet. Das Einsetzen erfordert zwar etwas Übung, doch wenn alles sitzt, stört das Diaphragma nicht beim Liebesspiel.

Kupferspirale

Mit einem Pearl-Index von 0,3 bis 0,8 gilt die Kupferspirale als sehr sichere Verhütungsmethode. Sie wird von einem Frauenarzt in die Gebärmutter eingesetzt, wo sie fünf Jahre verbleibt. Die Spirale gibt unentwegt Kupfer in die Umgebung ab. Dadurch verlieren die Spermien an Beweglichkeit. Sollte dennoch eine Eizelle befruchtet werden, verhindert das Kupfer die Einnistung.

Viele Frauen klagen jedoch über heftige Schmerzen während der Periode und stärkere Blutungen. In seltenen Fällen kann es auch zu Entzündungen im Unterleib kommen. Frauen mit einer Kupferspirale sollten sich daher mindestens halbjährlich untersuchen lassen.

Kupferkette

Auf ähnliche Weise funktioniert die Kupferkette oder Gynefix®. Sie besteht aus kleinen Kupferzylindern, die mit einem Nylonfaden verbunden sind. Dieser wird ebenfalls in der Gebärmutter verankert. Jedoch wird dieser Eingriff nicht von allen Frauenärzten durchgeführt. Du kannst dich hier nach einem Arzt oder einer Ärztin in deiner Nähe umschauen.

Auch der Pearl-Index und die Nebenwirkungen sind denen der Spirale ähnlich. Jedoch vertragen einige Frauen die Kette besser.

Symptothermale Methode

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die eigene Fruchtbarkeit wahrzunehmen: Bei der Temperatur-Methode wird morgens vor dem Aufstehen die sogenannte Basaltemperatur gemessen und notiert. Außerdem kann man den Schleim am Scheidenausgang beobachten. Dieser zeigt über den Zyklus ein Schleimmuster, an dem sich die Fruchtbarkeit ablesen lässt. Eine dritte Möglichkeit ist die Beobachtung des Muttermunds. Während der fruchtbaren Tage ist der Muttermund weiter geöffnet und steht höher.

Wirklich zuverlässig ist jedoch nur eine Kombination dieser drei Methoden. Diese nennt man „Symptothermale Methode“ oder auch „Natürliche Familienplanung“ (NFP). Pearl-Index von 0,4. Auf einem Datenblatt, online oder in einer App werden alle Daten gespeichert. Diese Art der Verhütung erfordert etwas Übung in der Beobachtung und Auswertung. Wer auf Nummer sicher gehen will, verhütet zusätzlich mit Kondom oder Diaphragma.

Zykluscomputer

Nach dem gleichen Prinzip funktionieren auch Zykluscomputer. Wer mit so einem Gerät verhüten möchte, sollte jedoch darauf achten, dass der Computer auch nach der symptothermalen Methode arbeitet und nicht nach der völlig unzuverlässigen Kalendermethode.

Eine Alternative ist der Hormonmess-Computer Persona®. Dabei misst die Frau mittels Teststäbchen ihren Hormongehalt. Der Computer errechnet dann fruchtbare bzw. unfruchtbare Tage. Der Pearl-Index wird vom Hersteller mit 6,4 angegeben. Allgemein lässt sich sagen, dass es starke Schwankungen in der Zuverlässigkeit der Zykluscomputer gibt.

3 Gedanken zu “Hormonfreie Verhütung

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