Ursachen für Lebensmittelverschwendung

Auch du kannst etwas gegen Lebensmittelverschwendung tun!

In Deutschland werden jeden Tag tausende Tonnen genießbarer Lebensmittel einfach in die Tonne geworfen. Dabei kannst du mit ein paar einfachen Tipps der eigenen Lebensmittelverschwendung entgegenwirken.

Ursachen für Lebensmittelverschwendung

Die Ursachen für die starke Verschwendung von Lebensmitteln sind vielseitig. Durch die ständige Verfügbarkeit und des Überangebots an Lebensmitteln kommt es zu einer mangelnden Wertschätzung. Diese ist besonders bei Kindern und Jugendlichen ausgeprägt. Zwei von drei Schülern geben an, mindestens einmal in der Woche Lebensmittel zu entsorgen. Ältere Menschen hingegen werfen seltener Lebensmittel in den Müll – sie gehen bewusster mit ihnen um. Christian Schmidt, Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, sagt: „Diese Zahlen machen erneut deutlich, dass wir einen bewussten Umgang mit Lebensmitteln so früh wie möglich fördern müssen“. Auch die niedrigen Preise für Nahrungsmittel führen dazu, dass schneller mal etwas weggeworfen wird, wenn beispielsweise zu viel gekocht wurde und Reste übrig bleiben. Vielen Menschen fehlen auch Kenntnisse zur korrekten Lagerung von Lebensmitteln. Häufig werden ebenso zu große Mengen eingekauft, da kein Überblick über die Vorräte zu Hause besteht. Ein wichtiger Punkt ist außerdem das Mindesthaltbarkeitsdatum. Viele Verbraucher wissen nicht genau, was es bedeutet und entsorgen Lebensmittel nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums.

Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein „Ablaufdatum“

Verpackte Lebensmittel müssen ein Mindesthaltbarkeitsdatum tragen. Es gibt an, bis wann das ungeöffnete Lebensmittel bei angemessenen Aufbewahrungsbedingungen seine spezifischen Eigenschaften mindestens behält. Hierzu gehört nicht nur die einwandfreie mikrobiologische Beschaffenheit, sondern auch Farbe, Geruch, Geschmack und Nährwerte. Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist also kein „Verfallsdatum“ oder „Ablaufdatum“, sondern die Garantie des Herstellers für das Vorhandensein der charakteristischen Produkteigenschaften bis zum angegebenen Zeitpunkt. Das Mindesthaltbarkeitsdatum gibt an, wie lange ein Lebensmittel „mindestens“ haltbar ist. Schon weil die Hersteller die Garantie der Mindesthaltbarkeit nur geben können, wenn sie einen „Sicherheitszuschlag“ geben, sind viele Lebensmittel auch nach Ablauf des angegebenen Datums noch genießbar. Weil dann aber die „Garantie“ des Herstellers abgelaufen ist, müssen Verbraucher selbst die Lebensmittel prüfen, erklärt der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e. V..

Auswirkungen der Lebensmittelverschwendung

Die meisten Lebensmittel werden in Privathaushalten weggeworfen. Das sind pro Einwohner in Deutschland durchschnittlich 82 kg pro Jahr, was einem Wert von ca. 200 bis 260 Euro entspricht. Insgesamt werden in Deutschland von Privathaushalten, Großverbrauchern, Industrie und Handel jährlich ca. 11 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeschmissen. Das führt nicht nur zu finanziellen Einbußen, sondern hat auch Auswirkungen auf unsere Umwelt. Die Erzeugung jedes einzelnen Lebensmittels ist mit einem Verbrauch an Wasser, Energie und anderen Rohstoffen verbunden. Die Erzeugung der weggeworfenen Lebensmittel nimmt weltweit knapp 30 Prozent der verfügbaren Anbauflächen in Anspruch. Außerdem leidet auch das Klima unter der Lebensmittelverschwendung. Der vermeidbare Lebensmittelmüll erhöht die Bildung klimaschädlicher Gase unnötig. Auch die Nachfrage von Rohstoffen wie Getreide wird durch die Lebensmittelverluste erhöht. Dadurch steigen die Preise dieser Lebensmittel an, was besonders für ärmere Länder problematisch ist.

Tipps gegen Verschwendung von Lebensmitteln

Auf die eigenen Sinne verlassen: Wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist, bedeutet das nicht, dass ein Lebensmittel nicht mehr genießbar ist. Hier kannst du dich auf deine Sinne verlassen und erst einmal prüfen, ob Aussehen, Geruch und Geschmack noch in Ordnung sind. Viele Lebensmittel sind auch nach dem Erreichen des Mindesthaltbarkeitsdatums noch lange gut. Vorsicht ist allerdings bei Fleisch und Fisch geboten. Nach Ablauf des Verbrauchsdatums sollten diese empfindlichen Lebensmittel nicht mehr verzehrt werden.

Bewusst einkaufen

Wer vorher seine Vorräte überprüft, eine Einkaufsliste schreibt und sich überlegt, was in den nächsten Tagen auf den Tisch kommen soll, kann übermäßige Lebensmittelkäufe vermeiden. Immer mehr Discounter bieten auch loses Obst und Gemüse und kleinere Verpackungen an. Diese sind zwar im Verhältnis oft etwas teurer als die größeren Verpackungen, aber im Endeffekt ist es preisgünstiger den Inhalt einer kleineren Verpackung vollständig zu verzehren als die Hälfte einer großen Verpackung zu entsorgen, da das Lebensmittel verdorben ist.

Haltbarmachen

Wer zu viel gekauft oder im eigenen Garten geerntet hat, kann Obst, Gemüse und andere Lebensmittel durch verschiedene Methoden haltbar machen. Neben dem Einfrieren und Einkochen ist auch das Fermentieren eine einfache Methode, um Lebensmittel länger haltbar zu machen. Auch Kräuter- oder Weinreste können tiefgefroren werden und bei der nächsten Kochsession zum Würzen dienen.

Food Swap Party

In den USA ist Food Swap ein weit verbreitetes Event. Menschen treffen sich, um selbst angebaute oder zubereitete Lebensmittel zu tauschen. Jeder Teilnehmer einer Food Swap Veranstaltung bringt etwas mit zum Verkosten und zum Tauschen.

Verschenken

Bei den „Lebensmittelverschenk-Plattformen“ foodsharing.de und essensretter.de können Privatleute, Supermärkte, Bäckereien, Restaurants, Bauern usw. kostenlos Essen anbieten und abholen.

Weiterverarbeiten

Aus Obst und Gemüse, welches schon etwas runzelig und nicht mehr knackig frisch ist, kannst du beispielsweise leckere Smoothies, gesunde Suppen oder bunte Aufläufe zaubern.

Jeder kann etwas tun

Auf der ganzen Welt werden jeden Tag viel zu viele genießbare Lebensmittel einfach in die Tonne geworfen. Der meiste Lebensmittelmüll fällt im Privathaushalt an. Hier ist also auch das Potential am größten, Lebensmittelmüll zu vermeiden. Mit einem bewussten Einkaufsverhalten, angemessener Lagerung und Weiterverarbeitung oder Weitergabe (Schenkung) von Lebensmittelresten kannst du einen großen Beitrag dazu leisten, dass weniger gute Lebensmittel unnötig in der Tonne landen.

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