Kuhmilchallergie beim Baby

Kuhmilchallergie beim Baby – Das sollten Eltern wissen

Bauchschmerzen, Ausschlag oder Verdauungsprobleme – eine Kuhmilchallergie macht vor allem Babys und Kleinkindern zu schaffen. Erfahre in diesem Beitrag mehr über die Kuhmilchallergie und wie du deinem Baby helfen kannst.


Was ist eine Kuhmilchallergie?

Eine Kuhmilchallergie ist eine Form einer Milchallergie, welche zu allergischen Symptomen beim Säugling führt. Dabei reagiert das Immunsystem des Babys auf die Eiweiße in der Kuhmilch.

Was verursacht eine Kuhmilchallergie?

Ihr zweiter Name Kuhmilcheiweißallergie verrät bereits die Ursache. Kuhmilch enthält mehr als 25 verschiedene Eiweiße und ist damit besonders eiweißlastig. Die wichtigsten Allergieauslöser sind dabei Casein sowie Beta-Lactoglobulin und Alpha-Lactalbumin.

Wie erkenne ich eine Kuhmilchallergie?

Eine Kuhmilchallergie kann bei jedem Kind anders auftreten. Manche Säuglinge reagieren sofort allergisch auf Mahlzeiten mit Kuhmilch. Sie zeigen dann plötzliche Symptome wie Schwellungen, Bläschen oder Rötungen auf. Manchmal kommt es auch zu Erbrechen oder Durchfall. Einige Kinder reagieren aber auch erst Stunden oder Tage nach der Aufnahme von Kuhmilch mit allergischen Symptomen. Die Krankheitsmerkmale treten dabei oft gleichzeitig auf.
Häufige Anzeichen einer möglichen Allergie sind weiterhin Beschwerden der Haut sowie der Atemwege oder des Magen-Darm-Trakts. Auch eine gereizte, weinerliche Stimmung oder anhaltende Müdigkeit und ein unruhiger Schlaf sprechen für eine allergische Reaktion.

Hautprobleme

Etwa 50 bis 70 Prozent aller betroffenen Kinder zeigen allergische Reaktionen über die Haut. Die häufigsten Symptome listen wir dir hier auf.

  • Ekzeme
  • Juckreiz
  • Nesselsucht
  • Ausschlag
  • Gesichts- oder Lippenödeme
  • Neurodermitis

Verdauungsbeschwerden

Einige Problemchen, wie Bauchweh oder Blähungen, sind bei Babys typisch. Treten diese allerdings ständig auf, könnte das ein möglicher Hinweis auf eine Milchallergie sein. Die typischen Symptome findest du hier.

  • Bauchschmerzen
  • Verstopfung
  • chronischer Durchfall
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Blut im Stuhl
  • ausgeprägtes Spucken
  • Koliken

Atemwegsprobleme

Auch hier gilt: Dauern die Beschwerden länger an, könnte eine Milchallergie wahrscheinlich sein. Diese Anzeichen sprechen dafür:

  • Atemnot
  • chronischer Husten
  • Bronchitis
  • Asthma
  • häufiges Niesen

Anaphylaxie

In seltenen Fällen kann eine sogenannte Anaphylaxie auftreten. Darunter versteht man eine schwere allergische Reaktion, die mit Übelkeit und Erbrechen, Juckreiz oder Atemwegsbeschwerden beginnt und sich zu einem Kreislaufversagen entwickeln kann. In diesem Fall solltest du mit deinem Baby sofort einen Arzt aufsuchen.

Was kann ich tun, wenn mein Baby eine Kuhmilchallergie hat?

Wurde bei deinem Kind eine entsprechende Diagnose gestellt, solltest du langfristig seine Ernährung anpassen. Weiterhin hast du die Möglichkeit, die Beschwerden mit schonenden Arzneimitteln zu lindern.

Die Ernährung umstellen

Du solltest dein Kind ab jetzt milchfrei ernähren. Das bedeutet nicht nur den Verzicht auf pure Kuhmilch, sondern auch alle kuhmilchhaltigen Produkte, beispielsweise:

  • Butter
  • Joghurt
  • Käse
  • Pudding

Auch die Milch anderer Tierarten, zum Beispiel Ziegenmilch, solltest du vermeiden. Achte beim Einkaufen auf die Zutatenliste der Lebensmittel. Produkte mit Lactoglobulin oder Lactalbumin kommen nicht in den Einkaufskorb. Auf laktosefreie Lebensmittel brauchst du aber keinesfalls zurückgreifen.

Achte beim Stillen darauf, dass du bis Ende der Stillzeit auf den Verzehr von Milchprodukten verzichtest. Dein Kind nimmt sonst trotzdem über die Muttermilch entsprechende Eiweiße auf. Trinkt dein Baby Milch aus der Flasche, ist eine Umstellung auf sogenannte Hydrolysate wichtig. Unter Hydrolysaten versteht man spezielle Milch für Säuglinge, die alle Nährstoffe in der richtigen Menge und Zusammensetzung enthält. Der Kinderarzt wird deinem Kind eine geeignete Ersatznahrung verschreiben. Er kann dich auch bei der Ernährungsumstellung beraten und unterstützen.

Beschwerden mithilfe von Arzneimitteln lindern

Wenn Babys Bauch dauerhaft schmerzt und es gar nicht mehr zur Ruhe kommt, können im Ausnahmefall Medikamente seinen Zustand lindern. Achtung – nur der Kinderarzt hat die Befugnis, darüber zu entscheiden. Denn grundsätzlich hilft es deinem Kind schon, wenn du seine Ernährung anpasst.

Bleibt eine Kuhmilchallergie für immer?

Keine Panik, Milchallergien sind nicht selten. Bei vielen Kindern verschwindet die Kuhmilchallergie nach einigen Monaten wieder. Umso früher sie auftritt, desto wahrscheinlicher wird ihr Abnehmen mit steigendem Alter. Allerspätestens beim Schuleintritt im Alter von sechs bis sieben Jahren können 90 Prozent der Kinder wieder ganz normal Milch zu sich nehmen.

Kuhmilchallergie und Laktoseintoleranz

Eine Kuhmilchallergie stellt mithilfe entsprechender Maßnahmen für dein Kind kein Problem dar. Du wirst sehen, dass sich der Zustand deines Kindes unter ärztlicher Aufsicht zunehmend verbessern wird. Übrigens ist die Kuhmilchallergie nicht mit einer Laktoseintoleranz zu verwechseln. Während den Betroffenen bei der Laktoseintoleranz ein Enzym zur Spaltung von Laktose fehlt, ist die Kuhmilchallergie in den meisten Fällen nur eine vorübergehende allergische Reaktion.