Wie funktioniert der Induktionsherd?

Induktionsherd oder Ceranfeld – So kochen Sie sicher und sparsam

Cerankochfelder galten über Jahrzehnte als ideale Kochmöglichkeiten. Doch sie werden immer mehr von Induktionsherdplatten abgelöst. Aber was genau ist eigentlich der Unterschied und hält die neue Technik ihre Versprechen?

Was ist Ceran?

„Ceran“ bezeichnet streng genommen keine innovative Technologie. Es handelt sich bei dieser Bezeichnung um einen Markennamen, der in den 1970er Jahren entwickelt wurde und sich seither eingebürgert hat. Die korrekte Bezeichnung lautet „Glaskeramik-Kochfeld“.

Dieser Name verrät auch schon etwas über die Bauweise der Herdplatten: Unter der Oberfläche aus Glaskeramik werden Heizelemente platziert. Beim Aufheizen geben diese dann infrarote Wärmestrahlung ab. Da Glaskeramik sehr durchlässig für Infrarotstrahlen ist, wird die Heizenergie beinahe ohne Wärmeverlust an Töpfe oder Pfannen weitergeleitet.

Vor- und Nachteile von Glaskeramik-Kochplatten

Neben der besseren Energieausnutzung haben diese Kochfelder den Vorteil, dass sie in einzeln zuschaltbare Bereiche unterteilt werden können. Das bedeutet, dass die Größe des benutzten Herdfeldes der Topfboden-Fläche angepasst werden kann.

Doch die Glaskeramik hat gegenüber den konventionellen Herdplatten noch weitere Vorteile: Ist die Herdfläche abgekühlt, lassen sich angebrannte Reste leicht mit einem Schaber entfernen. Ob die Platte schon erkaltet oder noch heiß ist, signalisiert ein rotes Lämpchen. Das verhindert Unfälle.

Der Induktionsherd ist auf dem Vormarsch

Trotz des weltweiten Erfolges der Glaskeramikplatten tritt eine neue Technologie den Siegeszug an: Induktionskochfelder sind der letzte Schrei. Ihre Vorteile gegenüber der Glaskeramik werden überall angepriesen. Doch wie funktionieren Induktionsplatten?

Bei der Faradayschen oder elektromagnetischen Induktion wir die magnetische Flussdichte so verändert, dass ein elektromagnetisches Feld entsteht. Der britische Physiker Michael Faraday entdeckte die Induktion bereits im Jahr 1831. Ihm gelang es, die Funktionsweise eines Elektromagneten umzukehren. Statt der üblichen Verfahrensweise „Strom erzeugt ein Magnetfeld“, konnte nun ein Magnetfeld Strom erzeugen.

Dieses Prinzip findet sich schon lange bei Generatoren und Elektromotoren. In den Küchen hielt die Induktion Ende der 1990er Einzug, doch erst in den letzten fünf bis zehn Jahren wurde sie zu einer ernsthaften Konkurrenz für die bisher üblichen Glaskeramikherdflächen.

Die Innovation schlummert unter der Oberfläche

Dabei besteht auch eine Induktionsherdplatte aus Glaskeramik. Rein optisch lassen sich die zwei Typen daher auf den ersten Blick kaum voneinander unterscheiden. Der wesentliche Unterschied liegt jedoch unter der Oberfläche: Eine große, flache Kupferspule erzeugt das magnetische Feld. Zusammen mit Kondensatoren bildet sie einen Schwingkreis, der in Resonanz versetzt wird. Die eigentliche Wärme entsteht, wenn die Strahlen durch die kalte Glaskeramikplatte hindurch mit dem Kochgeschirr zusammen treffen.

Damit das funktioniert, muss der Topf magnetisierbar sein. Das bedeutet, dass theoretisch alle metallischen Kochgefäße verwendbar sind. In der Praxis machen sich aber Töpfe aus ferromagnetischem Material besonders gut. Edelstahl, Glaskeramik und Aluminium sind nicht zum Kochen auf Induktionsherdplatten geeignet. Ob Sie Ihr Kochgeschirr verwenden können, finden Sie mithilfe eines Magneten heraus: Bleibt dieser am Boden hängen, können Sie die Pfanne oder den Topf verwenden. Fällt er ab, können Sie als Helferlein eine dünne Stahlplatte zwischen Kochfeld und Topf schieben.

Vor- und Nachteile von einem Induktionsherd

Dass nicht jedes Kochgeschirr verwendbar ist, gehört zu den wenigen Nachteilen, die ein Induktionsherd gegenüber der älteren Technik hat. Viele Verbraucher sehen vor allem die hohen Anschaffungskosten so kritisch. Dem gegenüber steht allerdings die niedrigere Energieaufwendung und damit niedrige Stromkosten.

Durch die schnelle Reaktionszeit erhitzen sich die Speisen sehr zügig. Das spart nicht nur Geld, sondern auch Zeit. Minutenlanges Vorwärmen gehört mit einem Induktionsherd der Vergangenheit an.

Beim Induktionsherd wird genau genommen nur der Topf erhitzt, die eigentliche Herdfläche bleibt kühl. Das hat zur Folge, dass verkleckertes Essen nicht anbrennen kann. Dadurch lassen sich Induktionskochflächen extrem leicht sauber halten. Außerdem ist das Verletzungsrisiko so minimal, dass Induktionsplatten die sicherste Variante darstellen, mit Kindern zu kochen.

Einzig Trägern von Herzschrittmachern wird im bestimmten Fall vom Benutzen eines Induktionskochfeldes abgeraten. Durch die magnetischen Wechselfelder kann die Funktion dieser Geräte beeinflusst werden. Neue Schrittmacher sind zwar gegen solche Störungen geschützt, Sie sollten aber vor der Benutzung genau die Gebrauchsanweisung studieren. Einige Hersteller empfehlen einen Mindestabstand von vierzig Zentimetern zu einer Induktionsherdplatte einzuhalten.

Durch seine innovative Technologie kannst du ein Induktionskochfeld auch einzeln in der Küche aufstellen. Es muss nicht zwangsläufig mit einem Ofen verbunden sein. Das schafft individuelle Möglichkeiten in der Anordnung der Küchengeräte. Auch einzelne Induktionskochfelder für Singles sind im Handel erhältlich.

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