Pflegekosten bei der Steuererklärung

Pflegekosten bei der Steuererklärung geltend machen

Wer die Steuererklärung noch nicht abgegeben hat, sollte sich beeilen. Denn am 31. Mai 2015 endet die Abgabefrist. Was viele nicht wissen: Auch Pflegekosten können geltend gemacht werden.

Rentner, die eine Steuererklärung machen, aber auch pflegende Angehörige können beispielsweise Kosten für die Hilfe und Betreuung Pflegebedürftiger geltend machen. Absetzbar sind der ambulante Pflegedienst, ein Treppenlift, der Rollstuhl oder z. B. die Laser-Operation für die Augen. Auch die Kosten für ein Pflegeheim können teilweise abgesetzt werden, wenn der Aufenthalt einer Krankheit zugeschrieben werden kann. Menschen mit einem Schwerbehindertenausweis können sogar je nach Grad der Behinderung eine Pauschale von bis zu 3.700 Euro pro Jahr geltend machen.

Pflege-Pauschbetrag

Pflegende Angehörige und nahestehende Personen können vom Pflege-Pauschbetrag von 924 Euro pro Jahr Gebrauch machen. Voraussetzungen sind, dass keine Einnahmen aus einer privaten oder gesetzlichen Krankenversicherung für die Pflegedienstleistungen bezogen werden, der Pflegende hilflos ist, persönlich und im Inland gepflegt wird, sowie die Pflegebedürftigkeit langfristig vorliegt. Das Pflegegeld zählt für Angehörige nicht als Einnahme, wenn das Geld ausschließlich dem Pflegenden zugutekommt. Der Pflege-Pauschbetrag soll die Kosten, die mit der Pflege entstehen, decken. Dazu zählen unter anderem Wäsche waschen, Reinigung, Telefonkosten oder Fahrtkosten.

Außergewöhnliche Belastungen

Außergewöhnliche Belastungen dienen dazu, größere Aufwendungen auszugleichen, die andere Steuerzahler in diesem Moment nicht haben. Darunter fallen Kosten infolge von außergewöhnlichen Lebenssituationen wie Umweltkatastrophen, Krankheit, Unterhaltszahlungen oder die Unterstützung einer nahestehenden Person. Da die Pflegekosten meist höher sind als die veranschlagten 924 Euro, gibt es dafür in der Steuererklärung die Möglichkeit, die „außergewöhnlichen Belastungen“ zu nutzen. Diese müssen, im Vergleich zum Pflege-Pauschbetrag, eindeutig nachgewiesen werden.

Für die Pflege können beispielsweise Zuzahlungen beim Zahnersatz, Krankenhausaufenthalt oder bei Sehhilfen geltend gemacht werden, wenn der Arzt diese verordnet hat. Bei einem Gutachten durch den Amtsarzt oder der MDK können ebenfalls Kuren, Begünstigungen von Baumaßnahmen und Gegenständen, die zur Unterstützung der neuen Lebenssituation dienen, und zum Beispiel psychotherapeutische Behandlung von der Steuer abgesetzt werden.

Hilfe bei der Steuererklärung

Die Steuererklärung kann zu einem komplexen Sachverhalt werden. Daher raten wir, besonders in Pflege- bzw. Krankheitssituationen, eine Person mit der Steuererklärung zu betrauen, die sich mit den einzelnen Posten genauestens auskennt. Wichtig ist, dass Sie sämtliche Belege aufheben.

Ein Gedanke zu “Pflegekosten bei der Steuererklärung geltend machen

  1. Ich kann mir gut vorstellen, dass vielen garnicht bewusst ist, inwieweit man die entsprechenden Kosten von der Steuer absetzen kann. Diesbezüglich sollte man sich unbedingt ausführlich informieren. Hier hat sich sicherlich in den letzten Jahren einiges geändert.

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