Eine Migräne hat drei bis vier Phasen

Migräne – was tun?

Eine der schlimmsten und unerklärlichsten Formen von Kopfschmerzen ist die Migräne. Für die Betroffenen bedeutet dies teilweise sehr starke Einschnitte in ihrer Lebensqualität.

Bekannt ist, dass Migräne eine neurobiologische Funktionsstörung im Gehirn ist. Unter den mehr als 250 Kopfschmerzarten zählt Migräne zu den häufigsten Varianten. Etwa zehn bis fünfzehn Prozent der deutschen Bevölkerung leiden darunter, davon sind besonders viele Frauen sowie Menschen im Alter zwischen 35 und 45 Jahren betroffen. Auch immer mehr Kinder leiden unter Migräne.

Der Kopfschmerz wird als halbseitiger stechender und pulsierender Schmerz beschrieben, der unregelmäßig auftritt. Insgesamt kann der Schmerz vier bis 72 Stunden anhalten. Neben den starken Kopfschmerzen leiden die Patienten unter Übelkeit, Erbrechen und reagieren besonders empfindlich auf ihre Umwelt. Einige Betroffene bemerken den Anfall vorher und können versuchen, diesem entgegenzuwirken. Dieser Zustand wird auch Aura genannt. Bei den meisten Migräne-Patienten beginnt die Migräne-Phase jedoch direkt mit Kopfschmerzen (Migräne ohne Aura).

Die genauen Ursachen für Migräne sind unbekannt

Forscher haben erkannt, dass der Bereich des Hirnstammes und des Mittelhirns bei Migräne-Patienten stärker durchblutet wird und dass Migräne durch erbliche Faktoren bedingt ist. Durch die stärkere Aktivität dieser Bereiche kommt es zu einer Art Entzündung des Hirngewebes und der Hirnhäute. Außerdem kann ein erhöhter Spiegel an bestimmten Botenstoffen im Gehirn nachgewiesen werden.

Verschiedene Auslöser können zu einer Migräne führen:

  • Alkohol
  • Stress
  • Bestimmte Nahrungsmittel
  • Lärm
  • Wechselnde Wetterbedingungen
  • Schlafmangel
  • Menstruation
  • Medikamente
  • Mangelnde Bewegung

Studierende und Mitarbeitende der Hochschule Hof haben ein Migräne Radar entwickelt. Betroffene werden gebeten teilzunehmen, um die Ursachen und Auslöser für Migräne besser erforschen zu können.

Wenn Sie den Verdacht haben, unter Migräne zu leiden, reden Sie mit Ihrem Arzt darüber. Dieser kann die Auslöser erkennen und den Schmerz identifizieren. Führen Sie ein Kopfschmerztagebuch, in dem Sie genau notieren, wann und wie der Schmerz auftritt.

Eine Migräne hat drei bis vier Phasen

In der ersten Phase kündigt sich bei den Betroffenen die Attacke an; die Art und Weise ist dabei individuell. Ein bis zwei Tage vor der Attacke können typische Symptome wie etwa Gereiztheit, Heißhunger auf Süßes, Müdigkeit aber auch eine besondere Hochstimmung den Migräneanfall anzeigen. Die zweite Phase, die sogenannte Aura-Phase, beginnt rund eine Stunde vor Beginn der Kopfschmerzen. Dabei leiden die Migräne-Patienten unter neurologischen Störungen, wie sensible Missempfindungen, Seh-, Sprach- oder Gleichgewichtsstörungen. In der dritten Phase treten die direkten Kopfschmerzen ein. Bei den meisten Betroffenen sind diese Migräne-Kopfschmerzen von starker Übelkeit, Seh- und Sprachstörungen, Lähmungserscheinungen, bis zum Erbrechen begleitet. Typisch ist auch eine Überempfindlichkeit gegenüber Sinnesreizen wie Licht, Geräuschen und Gerüchen. Migräne macht es damit Betroffenen Stunden bis Tage unmöglich, am Alltag teilzunehmen.

Nach einem Migräne-Anfall (letzte Phase), welcher bis zu 3 Tagen andauern kann, sind die meisten Betroffenen erschöpft und haben ein ausgeprägtes Schlafbedürfnis.

Migräne Attacken lindern

Eine Migräne lässt sich nach derzeitigem Erkenntnisstand nicht heilen. Aber es kann gelingen, Attacken und Verlauf abzumildern und vorbeugen zu können. Aufgrund der unklaren Ursachen gibt es zahlreiche, teils unterschiedliche Empfehlungen, wie Betroffene Migräne vorbeugen können. So hilft bei einigen Patienten eine Kombination aus Medikamenten und Entspannungstechniken, Akupunktur und Biofeedback. Ein regelmäßiger Tagesablauf und die Vermeidung von Stress führen dazu, dass Attacken seltener eintreten. Erfahren Sie mehr über die verschiedenen Therapie-Empfehlungen für Migräne-Patienten bei der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e.V..