Quetschbeutel für Kinder: keine Alternative zu frischem Obst

Quetschbeutel für Kinder: keine Alternative zu frischem Obst

Immer beliebter werden Obst- und Gemüsepürees in Quetschbeuteln. Der vermeintlich gesunde Snack für Kinder entpuppt sich jedoch als überflüssige Zuckerbombe, der Karies fördern kann.

Jede Menge Hersteller werben mit den kleinen bunten Quetschies, die Kindern Freude am Essen von Obst und Gemüse bereiten sollen. Dabei gehören die Quetschbeutel zu den typischen Kinderlebensmitteln, die bekanntlich häufig zu teuer und in den meisten Fällen überflüssig sind. Klassische Beikostprodukte für Kleinkinder waren früher üblicherweise für die Umstellungsphase von (Mutter-)milch zur Familienkost vorgesehen. Doch die Lebensmittelproduzenten witterten hier das große Geschäft und dehnen diesen Zeitraum immer weiter aus. Auch für ältere Kinder werden immer häufiger derartige teure Speziallebensmittel angeboten und gekauft. Die 90 g – Packung der Quetschbeutel kostet zwischen 0,57 und 0,90 Euro.

Zuviel Fruchtzucker enthalten

Beinahe alle Quetschbeutel tragen ein Biosiegel. Dies suggeriert den Eltern noch einmal verstärkt, dass sie ihrem Kind mit dem fruchtigen Snack etwas Gutes tun. Viele Produkte sind zudem ohne Zuckerzusatz, was nicht gleichzusetzen ist mit zuckerfrei. Die Fruchtpürees enthalten teilweise jede Menge Zucker, wenn auch fruchteigener Zucker. Bis zu 18 Gramm Fruchtzucker enthalten die Quetschbeutel. Das entspricht einer Menge von sechs Stück Würfelzucker. Im Vergleich dazu enthält frisches, unverarbeitetes Obst wesentlich weniger Zucker bezogen auf die Masse. Orangen und Kiwis enthalten in 100 g nur die Hälfte (9 g) Zucker und Erdbeeren liefern nur 5 g Zucker pro 100 g. Durch das Nuckeln an dem Quetschbeutel besteht genau wie beim Dauernuckeln aus der Flasche mit zuckerhaltigen Getränken die Gefahr der Kariesbildung. Einige Hersteller schreiben deshalb sogar die Empfehlung auf die Verpackung, dass das Fruchtmus gelöffelt werden soll. Damit erlischt jedoch der praktische Effekt, das Mus direkt aus der Packung in den Mund zu quetschen. Positiv ist, dass häufig keine Fruchtkonzentrate verarbeitet werden. Negativ ist neben dem hohen Zuckergehalt der Verpackungsmüll, der für diese kleine Fruchtportion anfällt. Durch die Mitnahme von frischen Obst schonen wir zusätzlich die Umwelt.

Quetschbeutel nur gelegentlich geben

Aufgrund des hohen Fruchtzuckergehaltes und des damit verbundenen erhöhten Kariesrisikos sollten Quetschbeutel nur eine Ausnahme auf dem Speiseplan sein. Sie sollten nicht zur regelmäßigen Fruchtmahlzeit werden, denn sie sind frischen, ungeschälten Früchten weit unterlegen. Allenfalls auf Reisen können Quetschies eine sinnvolle Fruchtmahlzeit für Kinder darstellen.

Der Deutsche Bundesverband für Logopädie empfiehlt außerdem, dass Eltern ihre Kinder bis zum Alter von 3 Jahren unterstützen sollten, Nuckelgewohnheiten abzugewöhnen. Für das Erlernen des Sprechens sind die Stärkung der Kaumuskulatur und die Förderung der gesamten Mundmotorik von großer Bedeutung. Auch aus diesem Grund ist es besser ein Lebensmittel zu kauen als dies in Form von Püree zu verzehren.

Bessere Alternativen zu den Quetschbeuteln sind Obst und Gemüse der Saison – kindgerecht vorbereitet und appetitlich angerichtet. Kinder lieben außerdem Fingerfood. Gesunde Naschereien für Kinder können Sie ganz einfach zubereiten.

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