Interesse für gesunde Ernährung wecken

Gesunde Ernährung für Kita und Schule

Kindertagesstätten und Schulen befinden sich in einer wichtigen Schlüsselposition, wenn es um die Gesundheit und das Ernährungsverhalten von Kindern geht. Gesundheitsförderung und vor allem gesunde Ernährung sind hier besonders bedeutend.

Ob wir gesund bleiben oder krank werden, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Ein wichtiger Faktor ist unser Lebensstil, zu dem auch das Bewegungs- und Ernährungsverhalten gehört. Ursachen für Übergewicht im Kindesalter sind Bewegungsmangel und Überernährung. Auch eine genetische Veranlagung kann eine Rolle spielen. Hauptsächlich kannst du den Anstieg von Übergewicht und Adipositas bei Kindern aber auf den veränderten Lebensstil zurückführen. Kinder bewegen sich heute viel weniger als früher. Sie verbringen deutlich mehr Zeit vor dem PC, den Spielekonsolen und dem Fernseher. Auf der anderen Seite dominieren Softdrinks, Fertigprodukte und zucker- sowie fettreiche Snacks den Speiseplan. Hier gibt es ein großes Präventionspotenzial. Ein Großteil ihrer Zeit verbringen Kinder und Jugendliche in der Kindertagesstätte und später in der Schule. Hier ist das Thema Gesundheitsförderung hochaktuell, da in diesen Settings das gesunde Aufwachsen von Jungen und Mädchen schon früh beeinflusst werden kann.

Zu viel Zucker, statt ausgewogener und gesunder Ernährung

Die GRETA-Studie (German Representative Study of Toddler Alimentation) zeigt, dass Kleinkinder im Alter von ein bis drei Jahren zu wenig Getreideprodukte und Gemüse verzehren. Dafür aber zu viel Zucker und Fleisch. Außerdem trinken die Kinder dieser Altersgruppe durchschnittlich zu wenig.

Bei den Kindern und Jugendlichen sieht es ähnlich aus. Sie essen weniger Gemüse und Obst als Fachgesellschaften es empfehlen. Zwar gehört für die meisten Obst oder Gemüse zur täglichen Ernährung, aber nur rund ein Drittel isst täglich mehr als eine Portion Obst und/oder Gemüse. Besonders gekochtes Gemüse wird selten verzehrt. Das hat die KiGGS-Studie ergeben.

Zu wenig Wertschätzung für Lebensmittel

Immer mehr Kinder sind zu dick. Hier wird deutlich, dass es ein großes Defizit an Wissen über gesunde Ernährung und deren Zubereitung gibt. Unterdurchschnittlich ist auch die Wertschätzung von Lebensmitteln bei Kindern und Jugendlichen ausgeprägt. Immer noch werden in Deutschland jeden Tag Tonnen von noch genießbaren Lebensmitteln in den Müll geworfen. Zwei von drei Schülern geben an, mindestens einmal in der Woche Lebensmittel zu entsorgen. Ältere Menschen hingegen werfen seltener Lebensmittel in den Müll – sie gehen bewusster mit ihnen um.

Gesunde Verhaltensweisen lernen

Neben der Familie nimmt auch die Kindertagesstätte bzw. die Schule Einfluss auf die Gesundheit und das Ernährungsverhalten von Kindern und Jugendlichen. Hier können eine gesunde Ernährung vermittelt und gesundheitsförderliche Ernährungsgewohnheiten eingeübt werden. Eine große Rolle spielt das gemeinsame Essen in angenehmer Atmosphäre. Kinder sollten außerdem lernen, auf die Signale ihres Körpers zu hören. Am stärksten ist die natürliche Hunger- und Sättigungsregulation im Säuglings- und Kleinkindalter ausgeprägt. Mit zunehmendem Alter wird diese Regulation jedoch immer mehr durch äußere Reize beeinflusst. Kleinkinder sollten eigenständig entscheiden, wann sie satt sind und wann sie Hunger haben. Gewöhnlich stimmt der Hunger und Appetit der Kinder mit den festgelegten Mahlzeiten überein.

Interesse für gesunde Ernährung wecken

Kinder sollten altersgerecht lernen, Lebensmittel mit allen Sinnen wahrzunehmen. Neben dem Geruch, Geschmack und dem Aussehen der Lebensmittel ist ebenfalls von Bedeutung, dass Kinder lernen, woher die Lebensmittel stammen und wie sie zubereitet werden. Kinder können in der Kita ganz spielerisch an eine gesunde Ernährung herangeführt werden. Dazu gehört auch gemeinsames Kochen oder Backen und natürlich das essen selbst. Noch eindrucksvoller wird für Kinder das Thema Essen, wenn sie selbst mit einkaufen oder etwas im Garten ernten können. Auch der Besuch einer Molkerei oder eines anderen Nahrungsmittelbetriebes bleibt den meisten Kindern als tolles Erlebnis im Gedächtnis und kann die Wertschätzung für Lebensmittel steigern.

Kinderlebensmittel gehören nicht zur gesunden Ernährung

Spezielle Kinderlebensmittel bringen keinen Zusatznutzen und sind auch keine gleichwertige Alternative zu herkömmlichen Lebensmitteln, teilt das Bayrische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz mit. Durch ihren hohen Zuckergehalt verderben Kinderlebensmittel den Geschmackssinn. Natürliche Lebensmittel werden dann als nicht ausreichend süß wahrgenommen. Ein hoher Zuckerkonsum schädigt die Zähne und trägt zur Entstehung von Übergewicht bei. Außerdem sind Kinderlebensmittel oft um ein Vielfaches teurer als vergleichbare Produkte. Frisches Gemüse und Obst, naturbelassene Milchprodukte und Vollkornbrot schmecken auch Kindern gut – und sie sind viel gesünder, als die stark verarbeiteten Industrieprodukte und sollten deshalb in der Brotdose den Vorzug erhalten. Appetitlich und kindgerecht angerichtet lieben die meisten Kinder gesundes Fingerfood. So kann der Obst- und Gemüseverzehr kinderleicht gesteigert werden. Kinder lieben kleine Snacks, die direkt von der Hand in den Mund wandern können. Dabei sind auch Obst und Gemüse zum Knabbern sehr beliebt. Vor allem in Gemeinschaft werden dann auch häufig Lebensmittel gegessen, die zu Hause weniger beliebt sind. Zum Vespern eignen sich Gemüsesticks aus Paprika und Möhren oder Gurkenscheiben genauso gut wie in Spalten geschnittene Äpfel oder mundgerechte Früchte wie Erdbeeren, Physalis oder Cocktailtomaten.

Optimierte Mischkost für Kinder und Jugendliche

Für Kinder und Jugendliche zwischen ein und 18 Jahren hat das Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund ein spezielles Ernährungskonzept entwickelt – die optimierte Mischkost, kurz optiMIX. Hier werden wissenschaftliche Erkenntnisse über Kinderernährung in praktisch anwendbare Ernährungsempfehlungen übersetzt. Die Grundlage einer gesunden Ernährung für Kinder ist das richtige Verhältnis der Lebensmittel. Die Kleinen sollten reichlich pflanzliche Lebensmittel wie Gemüse, Obst und (Vollkorn-)Getreideprodukte sowie Getränke wie Wasser und ungesüßte Tees verzehren. Tierische Lebensmittel wie Fleisch und Milchprodukte sollten sie nur mäßig essen und sparsam sollte der Konsum von fett- und zuckerreichen Lebensmitteln sein.

Suchst du noch nach Tipps, wie du die Brotbüchse deiner Kleinen aufpeppen kannst damit sie wirklich alles essen? Dann schau mal hier rein.

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