Auswirkung von Schwermetalle

Diese Auswirkungen haben Schwermetalle auf unsere Gesundheit

Über Nahrungsmittel und Abgase gelangen giftige Schwermetalle in den menschlichen Körper. Akute und chronische Vergiftungen können die Folge sein, wenn wir zu viel dieser toxisch wirkenden Stoffe aufnehmen.

Schwermetalle gelangen über verschiedene Wege in unseren Körper

Als Schwermetalle zählen Metalle mit einer Dichte von mehr als 3,5 g Kubikzentimeter. Einige dieser Metalle gehören für Mensch, Tier und Pflanze zu den unentbehrlichen Spurenelementen. Eisen, Kobalt, Mangan, Zink, Kupfer und Molybdän gehören zu den Schwermetallen und erfüllen in Kleinstmengen wichtige Funktionen in unserem Körper. Dagegen belasten Radionuklide und toxische Schwermetalle die Umwelt und gelangen über die Nahrungskette auch in den menschlichen Organismus. Zu den toxischen, also giftigen Schwermetallen gehören insbesondere Blei, Kadmium, Arsen und Quecksilber. Schwermetalle kommen als Bestandteile der Erdkruste in Spuren überall in der Natur vor. Als chemische Elemente können sie weder als solche abgebaut noch vernichtet werden.

Blei gelangt über Auto- und Industrieabgase in die Umwelt

Blei gelangt als giftiges Schwermetall vor allem über Auto- und Industrieabgase in die Umwelt und damit auch in den menschlichen Organismus. Auch alte Wasserrohre aus Blei geben das Schwermetall nach und nach ins Trinkwasser ab. Blei aus Abgasen setzt sich auf Böden und Pflanzen ab und wird über Lebensmittel vom Körper aufgenommen. So können Obst, Gemüse, Kartoffeln und wild wachsende Pflanzen mit Blei belastet sein. Aber auch tierische Lebensmittel können Blei enthalten. Das Schwermetall reichert sich im Fleisch in den Innereien der Tiere an. Das macht Blei übrigens auch in unserem Körper. Eine relativ geringe Bleibelastung finden wir bei Kuhmilch und Seefischen. Stärker mit Blei belastet sind aber vor allem Muscheln und Muschelerzeugnisse. Die Grenzwerte werden aber auch hier nur selten erreicht oder überschritten. Der Großteil des Bleis wird jedoch nicht über Nahrungsmittel, sondern über die Atemluft aufgenommen.

Chronische Bleivergiftung kommt viel häufiger als akute Bleivergiftung vor

Blei hemmt die Aktivität von Enzymen. In der Folge kann es zu Störungen der Blutbildung und zu Schäden an Muskulatur und Nieren kommen. Größere Mengen Blei können das Erbgut schädigen und zu Fehlgeburten führen. Akute Bleivergiftungen kommen sehr selten vor. Sie äußern sich durch Verstopfung und starke Bauchschmerzen. Wesentlich häufiger kommt es zu chronischen Bleivergiftungen. Zu bis zu 95 % wird das im Körper enthaltene Blei in Zähnen und Knochen gespeichert. Die chronische Bleivergiftung äußert sich durch Blässe, Blutarmut, Abgeschlagenheit, Appetitmangel und Gewichtsverlust. An den Zähnen kann sich der typische Bleisaum bilden. Im späteren Verlauf kann es zu Hirnschädigungen kommen, was sich zum Beispiel durch Vergesslichkeit bemerkbar macht.

So kannst du die Bleiaufnahme reduzieren

Pflanzen an stark befahrenen Straßen sind auch stark mit Blei belastet. Deshalb sind Gemüse, Obst sowie Wildfrüchte und Kräuter, die neben solchen Straße gewachsen sind, nicht für den Verzehr geeignet. Grundsätzlich sollte Gemüse, Obst und Salat immer gut gewaschen werden, insbesondere Pflanzen mit großer Oberfläche wie Blattsalate oder kleine Beerenfrüchte wie Johannisbeeren. Bei Kohl und Salat empfiehlt es sich, die äußeren Blätter zu verwerfen. Auch Wildpilze können mit Blei belastet sein, weshalb Experten von einem Wildpilzverzehr über 250 g pro Woche abraten. Zuchtpilze wie Kulturchampignons kannst du auch in größeren Mengen ohne Bedenken verzehren. Ältere Wasserrohre aus Blei sollten gegen bleifreie Alternativen ausgetauscht werden. Keramikgefäße aus dem Ausland können mit bleihaltigen Glasuren versehen sein. Deshalb sollten sie nur Verwendung finden, wenn sie für den Lebensmittelgebrauch gekennzeichnet sind. In Deutschland sind bleihaltige Glasuren verboten.

Quecksilber wird hauptsächlich über tierische Lebensmittel aufgenommen

Das ebenfalls giftige Schwermetall Quecksilber wird etwa zu 55 % aus tierischen und zu 45 % aus pflanzlichen Nahrungsmitteln aufgenommen. Das besonders problematische Methylquecksilber (organisches Quecksilber) kommt überwiegend in Fischen und Meeresfrüchten vor. In anderen Lebensmitteln liegt Quecksilber zum größten Teil in anorganischer Form vor. Diese Form ist für die menschliche Gesundheit weniger gefährlich.

Gefährliches Quecksilber kommt vor allen in größeren Raubfischen vor

Zu den belasteten Fischarten zählen Buttermakrele, Aal, Steinbeißer, Haifisch, Schwertfisch, Heilbutt, Hecht, Thunfisch und Seeteufel. Dagegen sind Hering, Seelachs und Scholle deutlich weniger mit Quecksilber belastet. Jedoch können Fische, die in hohen Mengen verzehrt werden, einen großen Beitrag zur Quecksilberaufnahme leisten, auch wenn sie nur gering belastet sind. Der Quecksilbergehalt der meisten hierzulande vermarkteten Fische liegt nach Aussagen des Max-Rubner-Instituts (MRI) unterhalb der Höchstmengen, vor allem bei Fischen aus dem Nordatlantik. Ausnahmen bilden große und alte Exemplare vom Thunfisch, Weißen Heilbutt oder Schwertfisch. Solche Fische sind aber selten und werden untersucht, bevor sie in den Handel gelangen. Thunfisch aus der Dose wird überwiegend aus jungen Exemplaren hergestellt. Vereinzelt können trotzdem Thunfischkonserven Quecksilbergehalte aufweisen, die nahe an der Höchstgrenze sind.

So wirkt Quecksilber auf den menschlichen Körper

Ab einer Gewebekonzentration von 0,5 mg Quecksilber pro kg Körpergewicht kann es zu Konzentrationsstörungen, Nervosität, Unruhe, Sehstörungen, Kopfschmerzen, Hautkribbeln, Zittern, Schwerhörigkeit und Zahnfleischentzündungen sowie Lockerung der Zähne kommen. Einzelne Vergiftungserscheinungen treten auch schon bei geringerem Quecksilber-Körperbestand auf. Bei hoher Quecksilberbelastung der Mutter kann auch ein ungeborenes Kind geschädigt werden, da das Schwermetall über die Plazenta in den kindlichen Blutkreislauf gelangt. Es kann beim Kind zu Hirnschädigungen, Lähmungen und Entwicklungsstörungen kommen. Um die Quecksilber-Belastung möglichst gering zu halten, solltest du besonders stark mit Quecksilber belastete Nahrungsmittel wie die oben genannten Fische nur in Maßen verzehren.

Reisfans aufgepasst – das Naturprodukt ist mit Arsen belastet

Arsen kommt ebenfalls insbesondere in Meerestieren und Innereien vor. Durch Fütterung von Fischmehl können auch Eier und Hühnerfleisch belastet sein. Auch Reis ist stark mit Arsen belastet. Die meisten Arsenverbindungen sind giftig. Chronische Vergiftungen führen zu Haut- und Bindehautreizungen, Entzündungen, Hautveränderungen und neurologischen Störungen. Nach längerer Arsenaufnahme ist außerdem das Risiko für Krebserkrankungen erhöht.

Reis sollte nicht täglich auf dem Speiseplan stehen

Lange Zeit galten Reiswaffeln als gesunder Snack für Kleinkinder. Mit dem gesunden Image war es vorbei, als das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) vor Reisprodukten warnte. Seit 2015 rät das BfR vor einem zu hohen Reisverzehr ab. Säuglinge und Kleinkinder sollten demnach nicht täglich reishaltige Speisen oder Snacks zu essen bekommen. Reis ist stark mit Arsen belastet. Viele Babybreie oder Knabberwaffeln werden auf Reisbasis hergestellt. Berechnungen der Europäischen Lebensmittelbehörde (EFSA) zufolge nehmen Kleinkinder durchschnittlich zwischen 0,61 und 2,09 Mikrogramm Arsen je Kilogramm Körpergewicht zu sich. Das fatale daran: Bereits ab einer täglichen (lebenslangen) Arsenaufnahme von 0,3 µg/kg steigt das Krebsrisiko. Um die Arsenaufnahme möglichst gering zu halten, sollten Babys und Kleinkinder nicht auf Reisbasis ernährt werden. Eine abwechslungsreiche Ernährung, die neben Reis noch andere Getreidesorten beinhaltet, ist dagegen empfehlenswert. Wer zu viel Reis und Reisprodukte wie Reismilch, Reiscracker oder Reisflocken zu sich nimmt, belastet sich mit dem giftigen Halbmetall.

Achtung bei glutenfreier Ernährung

Besonders bei Menschen, die sich glutenfrei ernähren, werden erhöhte Arsenwerte im Urin nachgewiesen. Wer kein Gluten zu sich nehmen kann oder möchte, sollte auch auf andere glutenfreie Getreide- oder Pseudogetreidesorten wie Amaranth, Quinoa, Mais, Hirse, Buchweizen, Teff oder glutenfreien Hafer zurückgreifen und bei den Getreidesorten variieren.

Kadmium kommt hauptsächlich in verschmutzter Luft vor

Das giftige Schwermetall Kadmium gelangt durch Industrieabgase in die Luft und wird von Pflanzen und Tieren gespeichert. Deshalb finden wir es auch in tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln. Außerdem kommt Kadmium in Zigarettenrauch und Phosphatdünger vor. Es wird hauptsächlich über die Atemwege aufgenommen. Nur etwa acht Prozent des Kadmiums, was wir mit der Nahrung aufnehmen, resorbieren unsere Dünndarmzellen und geben es ins Blut ab. Im Körper kann es sich anreichern und in Leber, Bauchspeicheldrüse und Nierenrinde gespeichert werden. Kadmium hat eine lange Halbwertszeit von 13 bis 37 Jahren. Das heißt, nach diesem Zeitraum ist die Hälfte des gespeicherten Kadmiums wieder ausgeschieden.

Kadmiumbelastung führt zu Knochenerweichung und Nährstoffmangel

Bei einer dauerhaften übermäßigen Kadmiumzufuhr kann sich die sogenannte Itai-Itai-Krankheit ausbilden. Sie geht mit einer Nierenfunktionsstörung und Knochenerweichung einher. Forscher entdeckten die Erkrankung erstmals in Japan in den 1950er Jahren. Weiterhin kann es bei übermäßiger Kadmiumbelastung zu Entzündungen der Schleimhäute, Störungen des Geruchssinns und Eiweißausscheidung über den Urin kommen. Außerdem hemmt das Schwermetall die Aufnahme von lebensnotwendigen Mineralstoffen und Spurenelementen wie Kalzium, Selen, Mangan und Kupfer. In der Folge kann es Mangelerscheinungen dieser Stoffe kommen. Um die Kadmiumbelastung möglichst gering zu halten, solltest du auf das Rauchen verzichten sowie keine Lebensmittel verzehren, die auf mit Klärschlamm oder Phosphatdünger gedüngten Boden angebaut wurden.

Mit abwechslungsreicher Ernährung weniger Schwermetalle aufnehmen

Schwermetalle kommen überall in unserer Umwelt vor. Sie sind natürlicher Bestandteil in der Erdkruste. Über die Atemluft und die Ernährung gelangen Schwermetalle in den menschlichen Organismus. Um die Belastung mit den giftigen Substanzen zu vermindern, empfiehlt sich eine abwechslungsreiche und vielseitige Kost. Denn eine eintönige Lebensmittelauswahl kann eine vermehrte Schwermetallaufnahme zur Folge haben. Wer sich eiweißreich ernähren möchte und viel Thunfisch isst, nimmt möglicherweise zu viel Blei oder Quecksilber auf. Eine reislastige vegane oder glutenfreie Ernährung kann mitunter zu viel des toxisch wirkenden Arsens enthalten. Mit Vielfalt auf dem Teller und einer rauch- und möglichst abgasfreien Umgebung kannst du deine Schwermetallbelastung minimieren. Wildfrüchte neben stark befahrenen Straßen sollten nicht eernet werden. Außerdem sollte der Waldpilzverzehr 250 Gramm pro Woche nicht überschreiten. Wer dauerthaft zu viele Schwermetalle aufnimmt, riskiert bleibende Gesundheitsschäden bis hin zum erhöhten Krebsrisiko

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