Fruchtzucker als Süßungsmittel

Fruchtzucker: Besser als normaler Zucker?

Vielfach ist auf Lebensmitteletiketten zu lesen „mit der Süße aus Früchten“. Die Aufschrift verspricht ein gesundes Produkt. Aber ist Fruchtzucker tatsächlich gesünder als Kristallzucker?

Was ist Fruchtzucker?

Unser normaler Haushaltszucker, auch weißer Zucker oder Kristallzucker genannt, wird in der Fachsprache als Saccharose bezeichnet. Dieses Kohlenhydrat ist ein Zweifachzucker. Das Zuckermolekül besteht aus zwei miteinander verknüpften Einfachzuckern: Traubenzucker (Glukose) und Fruchtzucker (Fruktose). Der übliche Haushaltszucker besteht also zur Hälfte aus Fruchtzucker.

Dieser kann im Dünndarm direkt ins Blut aufgenommen werden, da er schon als einzelnes Molekül vorliegt. Seine Süßkraft ist deutlich höher als die des Haushaltszuckers. Im Gegensatz zu Haushaltszucker führt Fruchtzucker zu einer geringeren Insulinausschüttung. Insulin ist ein in der Bauchspeicheldrüse produziertes Hormon. Es sorgt unter anderem für die Aufnahme von Zucker in die Körperzellen und senkt dadurch den Blutzuckerspiegel. Durch die geringere Insulinausschüttung galt Fruktose lange Zeit als gesünder und geeigneter für Diabetiker. Heute sind Forscher anderer Meinung. Das Hormon Insulin signalisiert dem Körper Sättigung. Durch die geringere Insulinausschüttung sendet unser Körper nach dem Verzehr des Fruchtzuckers das Sättigungssignal nur sehr schwach. Wissenschaftler gehen sogar davon aus, dass große Mengen das Hungergefühl noch verstärken.

In welchen Lebensmitteln kommt Fruchtzucker vor?

Natürlicherweise kommt Fruktose in Obst und Gemüse vor. Einige Obstsorten wie Bananen, Weintrauben oder Pflaumen sind besonders reich an diesem Einfachzucker. Wilde Früchte enthalten meistens deutlich weniger Süße und so auch weniger Fruchtzucker als gezüchtete Obstsorten, da aufgrund der Vorliebe für den süßen Geschmack immer süßere Obstsorten gezüchtet werden. Auch in Obst- und Gemüsesäften, Honig und Trockenfrüchten finden wir diese Zuckerart.

Die Industrie stellt Zucker aber auch industriell aus Weizen- oder Maisstärke her und setzt diesen in vielen Lebensmitteln als Süßungsmittel zu. Auf dem Etikett findest du ihn unter Fruchtzucker, Fruktose oder in Form von Sirup als Glukose-Fruktose-Sirup. Der Glukose-Anteil ist hier höher als 50 Prozent. Heißt es dagegen Fruktose-Glukose-Sirup, ist der Fruktose-Anteil höher als 50 Prozent. Besonders bei Süßigkeiten werden häufig verschiedene Zuckerarten eingesetzt. Fruktose findest du in allen möglichen Fertiglebensmitteln wie Pizza, Kuchen, Keksen, Schokoriegeln, Ketchup und Salatdressings. Oft süßt die Industrie auch Getränke mit diesem Zucker. Für die Lebensmittelindustrie bietet er verschiedene Vorteile. Durch seine hohe Süßkraft wenden Hersteller ihn sparsam an bei gleichbleibender Süße und produzieren ihn kostengünstig in großen Mengen.

Was passiert im Körper mit Fruchtzucker?

Der Dünndarm nimmt Fruchtzucker auf und gibt ihn ins Blut ab. Die Aufnahmekapazität ist jedoch begrenzt. Normale Mengen Obst und Gemüse kann unser Körper gut bewältigen. Nehmen wir allerdings durch gesüßte Lebensmittel oder Fruchtsaft in großen Mengen Fruktose auf, kommt die Fruchtzuckerresorption schnell an ihre Grenzen. Die nicht ins Blut aufgenommene Fruktose gelangt dann in den Dickdarm und wird dort von Bakterien abgebaut. Dabei können Blähungen und Durchfälle entstehen. Es kommt zur sogenannten Fruktose-Malabsorption. Der Begriff Malabsorption stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „schlechte Aufnahme“. Abzugrenzen ist die Fruktose-Malabsorption von der Fruktoseintoleranz, bei der schon geringe Mengen Fruchtzucker Beschwerden auslösen. Bei der Malabsorption handelt es sich hingegen um eine Überforderung des Dünndarms aufgrund des zu hohen Fruchtzuckerverzehrs.

Unser Körper verstoffwechselt Fruchtzucker anders als Traubenzucker. Die Leber wandelt einen Großteil des Fruchtzuckers in Glukose um. Zuviel Zucker wird außerdem in Form von Fett als Energiedepot gespeichert. Die vermeintliche gesunde Fruktose landet dann als unbeliebtes Polster auf den Hüften. Auf Dauer können Übergewicht und Fettleber entstehen. Ein weiterer Nachteil dieses Zuckers: Er fördert die Harnsäurebildung und damit Gichtanfälle. Besonders für Menschen mit Gicht oder einem erhöhten Harnsäurespiegel sind große Mengen daher ungeeignet.

Ist Fruchtzucker oder Haushaltszucker gesünder?

Fruchtzucker ist nicht gesünder als normaler Haushaltszucker. Vielmehr sollen Lebensmittel durch den Zusatz von Fruktose ein vermeintlich gesundes Image verpasst bekommen. Der Austausch von Haushaltszucker gegen Fruchtzucker bietet also keinen gesundheitlichen Vorteil. Ein hoher Konsum begünstigt die Entstehung von Übergewicht, dem Metabolischen Syndrom und Gicht. Außerdem kann es zu Verdauungsbeschwerden nach dem Genuss großer Mengen Fruchtzucker kommen. Generell ist es empfehlenswert, den Zuckerkonsum im Allgemeinen zu reduzieren.

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