Wie sich Kleinkinder verständlich machen

Wie sich Kleinkinder verständlich machen

Im ersten Lebensjahr kommunizieren Kleinkinder hauptsächlich mithilfe des Gesichtsausdrucks. Doch auch erste Worte werden durch Mimik und Gesten verstärkt. Diese speichern Kinder wie ein Fernseher seine Sender.

Sender – Empfänger – Kleinkinder – Eltern

Kommunikation findet auf verschiedenen Kanälen statt. Damit eine Nachricht beim Empfänger richtig ankommt, muss der Absender diese Kanäle wie bei einem alten Fernseher einstellen. Neben der Sprache stehen uns noch andere zur Verfügung: Durch Körpersprache, Mimik und Gestik können wir das Gesagte unterstreichen. Wie schnell es in einem Gespräch ohne diesen Kanal zu Missverständnissen kommen kann, sehen wir jeden Tag in den Kommentarspalten sozialer Netzwerke wie Facebook und Twitter. Wenn ein gewisser Unterton oder das ironische Lächeln fehlen, kann eine sarkastische Bemerkung zum Beispiel völlig falsch beim Gegenüber ankommen.

Wie wichtig die nonverbale Kommunikation ist, sehen wir auch im Zusammenleben mit Babys und Kleinkindern. Schon lange vor dem ersten Wort äußern Menschen ihre Wünsche. Das Schreien gehört bei Neugeborenen quasi zur Grundausstattung. Doch nach und nach beanspruchen die Kleinen immer mehr Gesichtsmuskeln. Was anfangs noch wie ein wildes Grimasse-schneiden aussieht, wird schon bald zu klar erkennbarer Mimik.

Den richtigen Sendeplatz finden

Babys studieren dazu das Gesicht ihrer Mutter ganz genau. Wenn du deinem Säugling in die Augen schaust, bemerkst du bestimmt, wie aufmerksam er dich beobachtet. Beim Sprechen achtet er genau auf die Bewegungen der Lippen und ahmt sie schon bald nach. Auch Stirnrunzeln oder Nase kraus ziehen können Kleinkinder schon mit wenigen Monaten.

Babys machen quasi einen Sendersuchlauf: Sie fangen in diesem Alter an, die verschiedenen Frequenzen ihrer Kanäle auszuprobieren. Reagierst du auf die Mimik deines Kindes so, wie es von ihm gedacht war, wird der Kanal unter dieser Frequenz gespeichert. Dein Baby hat gelernt, dass du zurück lächelst, wenn es dich anstrahlt.

Mit etwa sechs Monaten nähern sich Babys der Beikostreife. Dann beginnen sie, die Kaubewegungen ihrer Eltern nachzuahmen. Das bedeutet jedoch nicht, dass schon nach fester Nahrung verlangt wird. Es ist nur ein sicheres Zeichen dafür, dass die Kleinen ihre Umgebung immer bewusster wahrnehmen. Immer mehr Kanäle finden einen festen Sendeplatz. Mit dem ersten Brei oder Fingerfood solltest du aber auf jeden Fall noch warten, bis alle Beikostreifezeichen erfüllt sind.

Learning by doing – Gebärden und Zeichensprache der Kleinkinder

Etwa um die gleiche Zeit fangen die Kleinen an, Gesten zu erkennen. In diesem Alter absolvieren manche Eltern mit ihren Babys einen Kurs zu Babyzeichensprache. Dort erlernen sie, Gebärden so in den Alltag einzubauen, dass sie vom Kleinkind wieder erkannt und schließlich nachgeahmt werden. So sollen die Eltern, wenn sie ein Wort sprechen, immer gleich dazu Gestikulieren. Die Gebärden orientieren sich an denen für Gehörlose. Wem diese zu kompliziert sind, der kann natürlich auch eigene Zeichen für sich und sein Kleinkind entwickeln. Wichtig ist nur, diese dann kontinuierlich zu verwenden, damit sie vom Baby übernommen werden. Außerdem ist es sinnvoll, anfangs nur eine Hand voll Gebärden einzusetzen. Zu viele Zeichen auf einmal können beim Kind für Verwirrung und Überforderung sorgen. Statt einem glücklich grinsenden Baby erscheint ein Testbild, denn die Frequenzen sind durcheinander geraten.

Nicht nur die Zeichensprache ist ein weiteres hilfreiches Werkzeug im Repertoire der Kommunikation. Auch Spiele, bei denen mit dem ganzen Körper gearbeitet wird, können Kindern erleichtern, sich auszudrücken. Wenn Erwachsene den Kleinen immer wieder das gleiche Fingerspiel vorsprechen, verknüpfen sie mit den Bewegungen die Worte. Ein klassisches Beispiel sind auch die Guckguck-Spiele, die du sicher noch aus deiner Kindheit kennst. Wenn du dir die Augen zuhältst, fragst du: „Wo ist der Papa?“ Beim Wegnehmen der Hände rufst du: „Da!“ Es wird sicher nicht lange dauern, bis dein Kind die Geste zusammen mit dem Ausruf übernimmt.

2 Gedanken zu “Wie sich Kleinkinder verständlich machen

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