Vereinbarung von Beruf und Pflege

Vereinbarung von Beruf und Pflege – das neue Pflegezeitgesetz

Seit Januar gelten im Bereich Pflege neue Regelungen, um Angehörigen im Fall eines eintretenden Pflegefalls mehr Flexibilität einzuräumen. Erfahren Sie, wann Sie eine Freistellung verlangen können.

Das Pflegezeitgesetz (PflegeZG)

Ein Pflegefall kann ganz plötzlich von einem Tag auf den anderen eintreten. Von da an sollten berufstätigen Angehörigen die Möglichkeit gegeben werden, alle notwendigen Vorkehrungen zu treffen und die Pflege zu organisieren. Der Gesetzgeber hat aus diesem Grund Regelungen für berufliche Auszeiten geschaffen.
Am 01.01.2015 wurde das Gesetz zur besseren Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf in Kraft gesetzt.

Möglichkeiten der Freistellung

Das Pflegezeitgesetz bietet vier verschiedene Freistellungsmöglichkeiten an, die Beschäftigte in Anspruch nehmen können:

  • Kurzzeitige Arbeitsverhinderung
  • Pflegezeit
  • Familienpflegezeit
  • Begleitung in der letzten Lebensphase

Die kurzzeitige Arbeitsverhinderung beinhaltet die Organisation der Pflege von einem unerwarteten Pflegefall, die Entlassung aus dem Krankenhaus oder zur Überbrückung ins Pflegeheim.
Bei der Inanspruchnahme der Pflegezeit (auch unter dem Begriff Pflegeurlaub bekannt) hängt von der Arbeitnehmerzahl in einem Betrieb ab. Es wird also zwischen Kleinbetrieb und Großbetrieb unterschieden. Bei einem Kleinbetrieb könnte es durchaus passieren, dass man unter Umständen keine Pflegezeit genehmigt bekommt, wenn dies der Arbeitgeber nicht zustimmt.
Die gleichen Bestimmungen gelten auch bei der Familienpflegezeit.
Die Begleitung in der letzten Lebensphase ist für viele eine ganz wichtige Zeit, um möglichst viel Zeit mit den Angehörigen zu verbringen und sich von ihnen zu verabschieden. Außerdem kann diese Zeit sehr pflegeintensiv sein. Deshalb gibt es seit Januar 2015 die Möglichkeit, sich von der Arbeit freistellen zu lassen. Die gesetzlichen Regelungen beinhalten Folgendes:

  • Teilweise bis komplette Freistellung von der Arbeit für insgesamt 3 Monate
  • Ein zinsloses Darlehen kann für die berufliche Ausfallszeit in Anspruch genommen werden, welcher später zurück gezahlt werden muss

Anspruch auf Pflegeunterstützungsgeld

Seit diesem Jahr ist es möglich, Pflegeunterstützungsgeld für eine pflegebedürftige Person zu erhalten. Es wird für die kurzfristige Arbeitsverhinderung von bis zu zehn Arbeitstagen bezahlt. Das Pflegeunterstützungsgeld können Sie bei der Pflegeversicherung Ihres Angehörigen beantragen.
Der Anspruch auf Pflegeunterstützungsgeld gelten für Arbeitnehmer, Auszubildende, geringfügige Beschäftigte, Rentner mit Beschäftigung und Heimarbeiter.

Dieses Gesetz unterstreicht die Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf. Es stellt somit eine gute Möglichkeit zur flexiblen Zeiteinteilung von Beruf und Pflege dar.

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