Nahrungsergänzungsmittel - oftmals überflüssig!

Nahrungsergänzungsmittel – oftmals überflüssig!

Es gibt sie in Hülle und Fülle in Apotheken, Supermärkten, Discountern und im Internet. Doch wann und für wen sind Nahrungsergänzungsmittel wirklich sinnvoll?

Nahrungsergänzungsmittel sind Produkte, die Nährstoffe oder sonstigen Stoffen mit ernährungsspezifischer oder physiologischer Wirkung in konzentrierter Form enthalten. Das können Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, Aminosäuren (Eiweißbausteine), Ballaststoffe, Pflanzen- oder Kräuterextrakte sein. Sie gehören zu den Lebensmitteln und werden in Form von Tabletten, Dragees, Kapseln, Säften, Tropfen oder Pulver angeboten. Sie sollen eine ausgewogene Ernährung ergänzen, nicht ersetzen. Nahrungsergänzungsmittel unterliegen keiner Zulassungs-, sondern lediglich einer Registrierungspflicht beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicher­heit.

Nahrungsergänzungsmittel sind oft überflüssig

Nahrungsergänzungsmittel sind für gesunde Menschen, die sich „normal“ ernähren, in der Regel überflüssig. Bei ausgewogener Ernährung bekommt der Körper alle Nährstoffe, die er braucht über die verzehrten Lebensmittel. Eine einseitige, unausgewogene Ernährungsweise kann auch durch die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln nicht ausgeglichen werden. Nur in bestimmten Fällen ist eine gezielte Ergänzung der Nahrung mit einzelnen Nährstoffen sinnvoll, zum Beispiel Folsäure in der frühen Schwangerschaft bzw. bei Kinderwunsch oder Vitamin-B₁₂ bei einer veganen Ernährung. Die Einnahme von zusätzlichem Kalzium kann für Menschen, die keine Milchprodukte verzehren, ebenfalls sinnvoll sein. Seit vielen Jahren wird Speisesalz mit Jod angereichert, um die Jodzufuhr in Deutschland zu verbessern.

Nichterreichen der Zufuhrempfehlungen nicht mit Mangel gleich zu setzen

Erhebungen über die Nährstoffzufuhr deuten darauf hin, dass einige wenige Vitamine und Mineralstoffe, wie Vitamin D, Kalzium, Folsäure und Jod, in Deutschland von manchen Bevölkerungsgruppen nicht entsprechend den Zufuhrempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung aufgenommen werden. Dies kann man jedoch nicht generell mit einer Unterversorgung oder einem Mangel gleichsetzen. In den seltensten Fällen bedeutet eine Unterversorgung mit Mikronährstoffen ein klinisch feststellbares Defizit. Aufgrund individueller Unterschiede im Bedarf sowie einer gewissen Speicher- und Anpassungsfähigkeit des Körpers lässt sich nur sehr schwer von einer marginalen Unterversorgung auf eine Mangelerkrankung schließen. Echte Vitaminmangelkrankheiten kommen in Deutschland nur selten vor.

Eine Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln sollte nur in Rücksprache mit dem Arzt erfolgen. Für einige Vitamine und Mineralstoffe ist eine übermäßige Aufnahme durch Nahrungsergänzungsmittel mit dem Risiko für unerwünschte Effekte behaftet. Dies sind zum Beispiel die Vitamine A, D und E, die Mineralstoffe Kalium und Kalzium sowie alle Spurenelemente, die in hohen Dosierungen giftig wirken können. Auch der hohe Konsum von angereicherten Fruchtsäften, wie Multivitaminsäften, kann schnell zu einer Überdosierung mit Vitaminen führen.

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